5073/J XX.GP
der Abgeordneten Binder, Gaßner, Tegischer
Genossinnen und Genossen
an den Bundesminister für Umwelt, Jugend und Familie
betreffend Jugendschutz und Jugendförderung
Im Sinne der Förderung und des Mitspracherechts der Jugendlichen in Österreich haben die
unterzeichneten Abgeordneten eine Petition (Petition Nr 44 der Abgeordneten Binder,
Gaßner, Tegischer betreffend Jugendschutz und Jugendförderung) eingebracht.
In der Petition wird der Bundesgesetzgeber aufgefordert.
• im Bereich des Jugendschutzes den Kontakt mit den Landesgesetzgebern zu suchen,
• anstelle des Jugendschutzes die Jugendförderung in den Mittelpunkt zu stellen,
• die Einrichtung von Jugendbeteiligungs - bzw. - mitbestimmungsmodelle zu fördern,
• bundesweit einheitliche Jugendförderungsbestimmungen anzustreben.
Begründet wurde die Petition damit, daß die Jugendschutz- bzw. Jugendförderungstresetze in
den einzelnen Bundesländern zum Teil fur die gleiche Altersgruppe unterschiedlichste
Bestimmungen enthalten, was besonders in den Grerzregionen zwischen zwei Bundesländern
zu Problemen führt.
Die Einrichtung von Jugendbeteiligungs - und Jugendmitbestimmungsmodellen entspricht
auch den Bestrebungen der Europäischen Union, die das Jahr 1998 zum “Jahr der
Partizipation" ausgerufen hat.
Hinsichtlich der Stellungnahme des Bundesministeriums fur Umwelt Jugend und Familie zur
oben angeführten Petition stellen die unterzeichneten Abgeordneten folgende
Anfrage:
1. Wie ist Ihre Position zu der in der Petition geforderten Bestrebung, bundesweit
einheitlichen Jugendförderungsbestimmungen in Österreich zu schaffen?
2. Wie beurteilen Sie die in der Petition vorgeschlagene Lösung, im Bereich des
Jugendschutzes bzw. der Jugendförderung die Grundsatzgesetzgebung dem Bund und die
Erlassung von Ausführungsgesetzen bzw. deren Vollziehung den Ländern zuzugestehen?
3. Was bedeutet im Detail der Beschluß, das Thema Mitbestimmung zum
Schwerpunktthema der österreichischen EU - Präsidentschaft zu machen?
4. Welche Auswirkungen wird dieser Beschluß auf Österreich nach der EU - Präsidentschaft
haben?
5. Welche Möglichkeiten sehen Sie, das politische Mitspracherecht der Jugendlichen in
Österreich konkret
zu fördern und zu verstärken?
6. In der von Ihrem Resort verfaßten Stellungnahme wurde festgestellt, daß seitens des
Ministeriums sowie der Landesjugendreferate der in der Petition angesprochene
Handlungsbedarf bereits erkannt wurde und entsprechende Maßnahmen eingeleitet
wurden.
a) Was sind das im einzelnen für Maßnahmen?
b) Welche weiteren Maßnahmen sind geplant?
c) Was ist das Ziel dieser geplanten und schon eingeleiteten Maßnahmen?