5153/J XX.GP

 

Anfrage

 

der Abg. Dkfm. Bauer, Haller, Mag. Trattner

an die Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und

Verbraucherschutz betreffend überhöhte Geldwechselgebühren

der Banken in Vorgriff auf den Euro

 

Der Erstunterzeichner hat bereits am 25. Februar 1998 eine

schriftliche Anfrage betreffend kundenfeindliche Schröpfaktion

der österreichischen Banken in Vorgriff auf die Euro - Verluste

dn die für Verbraucherschutz zuständige Bundesministerin ge -

richtet. In ihrer Beantwortung stellt die Bundesministerin

die Verteuerung der Bankdienstleistungen zwar nicht in Abrede

(was angesichts der Tatsachen auch schwer möglich wäre),

überläßt es aber den Verbrauchern, “auf der Grundlage der

ausgewiesenen Kosten Preisvergleiche anzustellen” und

“auf die immer wieder veröffentlichten Untersuchungen

bezüglich Girokontokosten oder Kreditkosten zu reagieren.”

 

Anfang September kam es zu einer neuerlichen Gebührenerhöhung

z.B. bei Bar - Ein - und - Auszahlungen. Um Gebühren zu sparen,

müßte der Einzahler - dem Rat der Bundesministerin gemäß -

mit fünf verschiedenen Zahl - bzw. Erlagscheinen fünf verschie -

dene Institute aufsuchen, was sich allein aus Gründen der

Zeitökonomie verbietet.

 

Gegen eine spezielle Schröpfaktion protestiert nun die

Tiroler Hotellerie. Die dortige Sparkasse erhöhte die

Devisen - Manipulationsgebühr auf mindestens 0,25 % bzw.

maximal 25,- öS pro Vorgang, wodurch der deutsche Gast

für eine D - Mark eine beträchtliche Kursabwertung erleidet.

Die Verrechnung dieser Gebühren beim Umtausch an der Hotel -

rezeption am Wochenende, wenn die Banken geschlossen sind,

führt zu Auseinandersetzungen, die dem Fremdenverkehrsland

Österreich nicht gerade förderlich sind. (Standard, 29.10.98)

 

Auch in anderen Banken und Bundesländern wurden die Umtausch -

gebühren saftig erhöht, wodurch die Banken die bevorstehenden,

durch die Euro - Umstellung verursachten Devisengeschäfts - Ausfälle

zu kompensieren versuchen. Die Preisvergleichs - und Ausweich -

möglichkeiten, insbesondere in kleineren Tourismusgemeinden und

an Wochenenden, dürften sich in Grenzen halten.

 

Daher richten die unterzeichneten Abgeordneten an die Frau

Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz

die nachstehende

Anfrage:

 

1. Warum haben Sie seit der ersten Anfragebeantwortung

auf 3693/J vom 25.2.1998 noch immer nichts gegen die

Schröpfaktionen von Geldinstitutionen in Vorgriff

auf den Euro unternommen, obwohl

 

a) der Verein für Konsumenteninformation und die

   Arbeiterkammer schon mehrmals konkrete Fälle

   aufgezeigt haben,

 

b) das Wirtschaftsblatt “trend” bereits Anfang 1998

    detailliert über Schröpfaktionen berichtet,

 

c) seit Ende 1997 schon mehrere Gebühren -, Spesen - und

    Zinsenschröpfungsaktionen über die Kunden von Geld -

    instituten hinwegbranden,

 

d) einige österreichische Geldinstitute ganz offensichtlich

    einerseits ihre eingegangenen und schlagend gewordenen

    Risken und andererseits die durch die Euro - Einführung

    bevorstehenden Einnahmenausfälle aus dem Geldwechselge -

    schäft über Schröpfungsaktionen an ihren Kunden kompen -

    sieren ?

 

2. Halten Sie angesichts der in den letzten Monaten statt -

    gehabten Entwicklungen und Vorfälle auf dem Bankensektor

    weiterhin ihre Äußerungen in der Anfragebeantwortung

    3623/AB aufrecht,

a) es sei den Verbrauchern zu überlassen, auf der Grundlage

    der ausgewiesenen Kosten Preisvergleiche anzustellen,

b) auf die immer wieder veröffentlichten Untersuchungen

    bezüglich Girokontokosten oder Kreditkosten zu reagieren ?

 

3. Ist Ihrem Ressort bekannt, mit welchen Kosten der mehrmalige

   Wechsel des Geldinstitutes während eines Jahres

   a) beim Gtrokonto,

   b) beim Kreditkonto

   verbunden ist, weshalb sich selbst bei Preisvergleichen

   ein solcher Wechsel als nicht zielführend erweist ?

 

4. Wie lautet Ihre Stellungnahme hinsichtlich der seit

    September 1998 stattfindenden Gebührenschröpfung bei

    Bar - Ein - und - Auszahlungen ?

 

5. Wie lautet Ihre Stellungnahme zur Erhöhung der Devisen -

    manipulationsgebühr im Hinblick auf

   a) die schröpfung der Verbraucher (Kaufkraftschmälerung),

   b) den negativen Einfluß auf die Urlaubszufriedenheit

       von Österreichbesuchern,

   c) die Abwälzung des Devisenumtauschs und der Spesen -

      eintreibung vom Bankensektor auf die Hotellerie

      außerhalb der Bank - Öffnungszeiten ?

6. Wie lautet Ihre Stellungnahme zur neuen Usance zahlreicher

    Geldinstitute, höchst unterschiedliche Gebühren für das

    automatische Münzenzählen zu verlangen (siehe Kleine

    Zeitung Klagenfurt, 30.10.1998), z.B. eine dreizehnmal

    so hohe Gebühr der Bank Austria gegenüber der BAWAG und

    eine Münzenzählgebühr von 47,- ÖS für einen gezählten Wert

    von ÖS 926,- bei der Raiffeisen - Landesbank ?

 

7. Ist Ihnen als für Verbraucherschutz zuständigen Bundes -

    ministerin schon bekannt, welche Schröpfungspläne bei Gebühren

    Österreichs Geldinstitute anläßlich der Umstellung von

    Schilling auf Euro

    a) im bargeldlosen Verkehr,

    b) bei Bar - Ein - und - Auszahlungen,

    c) beim Schein - und Münzenumtausch

    in die Tat umsetzen werden ?