5174/J XX.GP
Anfrage
Der Abgeordneten Bgdr JUNG, SCHEIBNER, Mag. Haupt
und Kollegen
an den Bundesminister für Landesverteidigung
betreffend Grenzsicherung
Am 19. Oktober 1998 konnten sich die Mitglieder des Landesverteidigungsausschusses von
dem hohen Einsatzwillen, der hervorragenden Ausbildung und den Erfolgen beim Aufgriff
illegaler Grenzgänger durch die dort eingesetzten Teile des Bundesheeres überzeugen.
Allerdings mußten auch offenkundige Ausrüstungsmängel festgestellt werden, die einen we -
sentlich effektiveren Einsatz verhindern Ihre Behebung scheitert an notwendigen Beschaf -
fungen, für die die Gelder fehlen. Im Vergleich dazu stehen dein Innenministerium für die
gleiche Aufgabe (bei wesentlich geringeren Aufgriffsraten) ungleich höhere Beträge zur Ver -
fügung.
So setzt sich die Nachtsichtausstattung des Bundesheeres zum größten Teil aus Einzelstücken
ehemaliger Erprobungen und nur teilweise verwendungsfähigen Überbleibseln (,,goggles")
einstiger Truppenversuche zusammen. Als zusätzliches Erschwernis kommt dazu, daß zur
Reparatur (ins Ausland) abgegebene Geräte eine Behandlung nach dem Kriegsmaterialienge -
setz erfahren und ihre Aus - und Wiedereinfuhr überaus bürokratisch gehandhabt wird. Sie
fehlen daher der Truppe oft viele Monate bis über ein Jahr‘.
Besonders auffällig bei der Statistik der Aufgriffe waren die Erfolge JgR5, welches eine dop -
pelt so hohe Aufgriffsrate wie andere im gleichen Raum eingesetzte Verbände hatte. Nach
dem Grund befragt, wurde erklärt, daß dieses Bataillon als einziges in Österreich über Nacht -
sichtfahrerbrillen verfügt (an sich nicht für die Gefechtsfeldbeobachtung ausgelegt), und diese
behelfsmäßig für die Verbesserung der Nachtsichtfähigkeit verwendete. Die Kosten dieser
Geräte sind relativ niedrig.
Außerdem wurde von den zur Grenzsicherung eingesetzten Verbänden eine sich zunehmend
steigernde Aggressivität der Aufgegriffenen festgestellt.
In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten folgende
Anfrage
1. Ist dem Verteidigungsminister dieser Sachverhalt, insbesondere die Tatsache, daß, bei nur
geringfügig verbesserter Nachtsichtausrüstung, etwa doppelt so viele illegale Grenzgänger
aufgegriffen werden könnten, bekannt?
2. Wenn ja, wurde dieses Faktum im Rahmen der Bundesregierung besprochen, und wurden
Abhilfemaßnahmen
(außertourliche Finanzierung) beschlossen?
3. Ist die Verbesserung der Nachtsichtausrüstung des Bundesheeres für 1999 in einer nen -
nenswerten Stückzahl geplant?
4. Beabsichtigen Sie, zum Schutz der Soldaten, gegen aggressive "Illegale" die Ausrüstung
zu verbessern und zum Beispiel, analog der Polizei, eine Ausstattung mit "Pfefferspray"
durchzuführen, um einen Waffengebrauch hintanzuhalten?