5183/J XX.GP
ANFRAGE
der Abgeordneten Auer
und Kollegen
an den Bundesminister für Finanzen
betreffend die steuerliche Begünstigung von Bioenergie
Nachwachsende Rohstoffe sind nicht nur eine Frage der Agrarpolitik, sondern vielmehr auch anderer
Aspekte: langfristige CO2 - Neutralität aus klimapolitischer Sicht, Ressourcenverfügbarkeit im Inland und
damit Versorgungssicherheit der österreichischen Volkswirtschaft gegenüber dem Ausland, erhöhte
Wertschöpfung sowie die Sicherung bzw. Neuschaffung von Arbeitsplätzen vor altem in ländlichen
Regionen.
Eine EU - Richtlinie erlaubt Steuerbegünstigungen für den Einsatz biogener Kraftstoffe aus Pilotanlagen
mit einer Beimischung bis zu zwei Prozent. Derzeit gibt es in Österreich eine steuerliche Begünstigung
nur dahingehend, daß Biodiesel aus bäuerlichen Kleinanlagen den jeweils günstigsten
Mineralölsteuersatz genießt.
Die unterzeichneten Abgeordneten stellen daher an den Bundesminister für Finanzen folgende
ANFRAGE:
1) Sind Ihnen in der Europäischen Union oder weltweit Finanzierungs - bzw. Steuermodelle bekannt,
durch die die nachwachsende Energie deutlich entlastet und fossile Energieträger verstärkt
besteuert werden?
2) Wenn ja, in welchen Staaten und wie sehen die Finanzierungs - bzw. Steuermodelle im Detait aus?
3) Inwieweit wurde die EU - Richtlinie, die eine Steuerbegünstigung für den Einsatz biogener Kraftstoffe
mit einer zweiprozentigen Beimischung vorsieht, in Österreich bereits umgesetzt?
4) Wenn nicht, findet sie in der Steuerreform 2000 Berücksichtigung?
5) Beabsichtigen Sie eine flexible Abschreibung von Investitionen im Bereich der erneuerbaren
Energieträger?
6) Planen Sie eine günstige steuerliche Behandlung der Drittfinanzierung erneuerbarer Energieträger?
7) Welche Maßnahmen scheinen Ihrer Meinung nach am geeignetsten, finanzielle Anreize für
Endverbraucher zu schaffen, damit sie Anlagen und Dienstleistungen aus dem Bereich der
erneuerbaren Energieträger in Anspruch nehmen?