5546/J XX.GP
ANFRAGE
des Abgeordneten Wabl, Freundinnen und Freunde
an den Bundesminister für Landesverteidigung
betreffend Ankauf von Flächen und der ehemaligen Molkerei in Güssing durch das
Bundesheer
Seit einiger Zeit kauft das Bundesheer in Güssing Flächen auf. Dabei wurde Ackerland im
Anschluß an das bestehende Kasernengelände sowie Wald im Anschluß an den bestehenden
Truppenübungsplatz aufgekauft. Weiters wurde das an die Kaserne angrenzende
Betriebsgelände der ehemaligen Molkerei Güssing samt Betriebsgebäude angekauft. Die
Preise die vom Bundesheer bezahlt wurden liegen dabei weit über dem ortsüblichen Niveau.
Man spricht von Kaufpreisen von 60.- /m2 bei Ackerland bei einem üblichen Preis von 15.-
/m2, weiters von 60 Mio. ÖS für das Molkereigelände.
Anbei befindet sich ein Übersichtsplan der die Situation sowie die Grundankäufe zeigt. Mit
weiteren Grundeigentümern wurde seitens des Bundesheeres verhandelt.
Diese Grundankäufe haben bei den Bewohnern in den angrenzenden Wohngebieten der
Gemeinde Güssing Beunruhigung ausgelöst. Die angekauften Ackergrundstücke grenzen
direkt an das Wohngebiet Kasernenstraße, der bestehende Truppenübungsplatz grenzt an das
Wohngebiet Ludwigshof.
Der Ortsteil Ludwigshof liegt in der Verbindungslinie zwischen den Erweiterungsflächen im
Anschluß an das Kasernengelände und den großen angekauften Waldflächen. Die
Straßenverbindungen von der Kaserne zu den Ausweitungsflächen führen durch den Ortsteil
Ludwigshof. Betroffen sind Bewohner von insgesamt etwa 40 Wohnhäuser im Ortsteil
Ludwigshof sowie weitere mindestens 60 Wohnhäuser in der Kasernenstraße.
Auf dem bestehenden Truppenübungsplatz finden derzeit relativ selten Übungen statt. In
stark frequentierten Zeiten eine Nachtübung pro Woche im Ausmaß von 2 Std., oft aber nur
vereinzelte Übungen im Abstand von mehreren Wochen. Dieser Übungsbetrieb ist bereits
jetzt eine Belastung für die Bewohner des Ludwigshofs da der Truppenübungsplatz
unmittelbar an das Wohngebiet grenzt (vorwiegend durch Schußlärm - Fahrzeuge od.
Geschütze werden derzeit nicht eingesetzt). Neben dem Schußlärrn wird von den Bewohnern
auch jetzt bereits die häufige Präsenz von bewaffneten Soldaten im Wohngebiet als
Belästigung empfunden. Insgesamt herrscht aber die Meinung vor, daß sich der
Übungsbetrieb in einem noch akzeptablen Rahmen hält. Eine Ausweitung erscheint aber
undenkbar.
Von den Anrainern wurde in Folge der enormen Grundankäufe wiederholt bei der
Gemeinde bzw. beim Bürgermeister persönlich nachgefragt ob und in welcher Form eine
Ausweitung des Kasernenbetriebes geplant
sei. Seitens der Gemeinde bzw. des
Bürgermeisters wurde hierauf immer versichert, daß man in der Gemeinde von keiner
Ausweitung und von keinen Grundankäufen wisse und es sich nur um unsinnige Gerüchte
handle. Ähnliche mündliche Auskünfte erhielten sie auch bei der Kaserne in Güssing. Dem
steht aber die Tatsache gegenüber, daß große Grundflächen zu hohen Preisen angekauft
wurden.
Da es für die Betroffenen nicht möglich war Auskunft zu erhalten, haben sie Kontakt zu den
Medien gesucht. In einer Fernseh - Reportage (“Bgld. Heute”, 3.11.99) sowie in einem
Radiobeitrag (“Bgld. Aktuell”, 4.11.99) wurde Divisionär Dialer mit den Aussagen der
besorgten Anrainer konfrontiert.
Statement Dialer: Ja es wurden über 100 ha Grund sowie die Molkerei Güssing angekauft.
Es ist geplant das künftige Jäger - Regiment 1 in Güssing zusammenzuziehen und mit dem
Radpanzer Pandur auszurüsten. Dafür ist eine gewisse Infrastruktur erforderlich, wenn
diese in Güssing nicht geschaffen werden kann, verliert der Standort Güssing seine
Existenzberechtigung. Dialer ist weiters verwundert, daß die Anrainer nichts wissen über
die geplante Ausweitung. Man habe seitens des Militärs doch rechtzeitig die zuständigen
Landespolitiker informiert. Dialer geht davon aus daß diese ihre Wähler informiert hätten.
Dazu läßt der Bürgermeister von Güssing im Radio verlauten: Er sei überrascht von Dialers
Aussage. Er wisse nichts von den Plänen des Militärs und verlange sofortige Aufklärung
der Bevölkerung durch Dialer.
Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende
ANFRAGE:
1. In welchem Ausmaß ist eine Ausweitung der Kaserne Güssing und des zugehörigen
Truppenübungsplatzes sowie des Übungsbetriebes geplant?
2. In welcher Weise sollen die vom Österreichischen Bundesheer in unmittelbarer
Nachbarschaft angekauften Liegenschaften künftig genutzt werden?
3. Ist der Ankauf weiterer Liegenschaften durch das Bundesheer geplant?
4. In welcher Weise sind die an die Kaserne bzw. den Truppenübungsplatz angrenzenden
Wohngebiete Ludwigshof und Kasernenstraße durch die geplanten Maßnahmen
betroffen?
5. Ist für die Anrainer der Kaserne und des Truppenübungsplatzes auf Grund der
geplanten Maßnahmen eine Belastung zu erwarten, die das jetzige Ausmaß übersteigt?
6. Sind in Hinkunft Übungen mit internationaler Beteiligung auf dem
Truppenübungsplatz geplant?
7. Entspricht die Aussage des Divisonärs Dialer, betreffend der Stationierung des
Radpanzers Pandur in Güssing, den Plänen des Bundesheeres?
8. Sind für die Ausrüstung der Kaserne Güssing andere Geräte aus dem Mech - Paket
vorgesehen? Wenn ja, welche?
Anlage konnte nicht gescannt werden!!!