5760/J XX.GP
ANFRAGE
der Abgeordneten Dr. Khol
und Kollegen
an den Bundesminister für Inneres
betreffend Entwicklungen aufgrund der Staatsbürgerschaftsgesetznovelle
1998
Mit der am 1. Jänner 1999 in Kraft getretenen Staatsbürgerschaftsgesetz -
novelle wurden die Voraussetzungen für die Erlangung der österreichischen
Staatsbürgerschaft grundlegend verschärft, insbesondere wurden die Kennt -
nisse der deutschen Sprache als Voraussetzung für die Verleihung der öster -
reichischen Staatsbürgerschaft verankert. Darüber hinaus wurden auch
strengere Voraussetzungen für die Verkürzung der 10 - jährigen Wartefrist
normiert. So können in Hinkunft nur bereits erbrachte oder zu erwartende
Leistungen auf wissenschaftlichem, wirtschaftlichem, künstlerischem oder
sportlichem Gebiet berücksichtigt werden. Andere Möglichkeiten einer
Verkürzung sind in einem klaren Katalog aufgelistet und lassen eine groß -
zügige Praxis, wie sie in manchen Bundesländern geherrscht hat, nicht mehr
zu. Die grundsätzliche Wartefrist von 10 Jahren blieb aber erhalten.
Die unterzeichneten Abgeordneten stellen daher an den Bundesminister für
Inneres folgende
ANFRAGE:
1. Wie oft wurde die Staatsbürgerschaft im Jahre 1998 durchschnittlich
monatlich in den einzelnen Bundesländern verliehen?
2. Wie oft wurde die Staatsbürgerschaft im Jänner 1999 in den einzelnen
Bundesländern verliehen?
3. Wie oft wurde in den einzelnen Bundesländern im Jänner 1999 die Staats -
bürgerschaft nicht verliehen, weil die erforderlichen Kenntnisse der deut -
schen Sprache
nicht nachgewiesen werden konnten?
4. Wie werden in den einzelnen Bundesländern die Kenntnisse der deutschen
Sprache im Zuge des Staatsbürgerschaftsverfahrens nachgefragt?
a) Wenn vorhanden, wie lauten die diesbezüglichen Anweisungen an die
Verwaltung?
b) Wenn es keine schriftlichen Erlässe gibt, wie kann die diesbezügliche
Praxis beschrieben werden?
5. Wie viele Doppelstaatsbürgerschaften wurden im Jahre 1998 durch -
schnittlich monatlich in den einzelnen Bundesländern bewilligt?
6. Wie viele Doppelstaatsbürgerschaften wurden im Jänner 1999 in den
einzelnen Bundesländern bewilligt?
7. In wie vielen Fällen wurde im Jahre 1998 durchschnittlich monatlich die
Wartefrist von 10 Jahren in einzelnen Bundesländern verkürzt?
8. In wie vielen Fällen wurde im Jänner 1999 in den einzelnen Bundes -
ländern die Wartefrist verkürzt, weil besonders berücksichtigungswürdige
Umstände vorlagen?
9. Welche der im Gesetz aufgezählten Gründe waren dies jeweils?