5768/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

der Abgeordneten Petrovic, Wabl, Freundinnen und Freunde

 

an den Bundesminister für Landesverteidigung

 

betreffend Truppenübungsplatz Allentsteig

 

Aus regionalökonomischer Sicht ist die Gemeinde bzw. der Raum Allentsteig (definiert als

der ehemalige Gerichtsbezirk Allentsteig) im Vergleich mit ähnlichen Regionen im

Waldviertel offensichtlich benachteiligt. Die Bevölkerung hat zwischen 1991 und 1998 um 8

Prozent abgenommen. In den vergangenen 20 Jahren sind in der Gemeinde Allentsteig 20

Prozent Betriebsstandorte verlorengegangen. Der kommunale Verschuldungsstand ist im

Vergleich zu den angrenzenden Bezirken maximal. Der Anteil der am Truppenübungsplatz

Beschäftigten, die in der Gemeinde Allentsteig wohnen, ging seit 1991 von 40 auf 30 Prozent

zurück. Die Einbindung des TÜPl in die NATURA 2.000 Gebiete der EU ist nicht erfolgt. Die

schon weit gediehene Planung für ein größeres Neuro - Rehab - Zentrum wurde aufgrund der

hohen Lärmbelastung durch den TÜP1 nicht realisiert. Bisher wurden keine erkennbaren

Maßnahmen - beispielsweise durch eine Umstrukturierung der Schießanlagen - gesetzt, die

eine Reduzierung der Lärmbelastungen für die Anrainer mit sich gebracht hätte.

 

Angesichts aktueller Belastungen der Bevölkerung durch den fortgesetzten Übungsbetrieb am

Truppenübungsplatz Allentsteig sowie der daraus erwachsenden Benachteiligung der Region

und der parlamentarischen Anfragebeantwortung vom Juli d. J (4212/AB) durch Ihr Ressort,

stellen sich eine Reihe weiterer Fragen.

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende

 

ANFRAGE:

 

1. Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen

    Entwicklung des Raumes Allentsteig und der Art und Weise der Nutzung des TÜPl

    durch das österreichische Bundesheer?

 

2. Ist es richtig, daß am TÜP1 Allentsteig Vermessungen vorgenommen wurden, die den

    Zweck hatten, das Gelände auf die Tauglichkeit zur Errichtung eines Flughafens in

    verschiedenen Varianten zu prüfen, als ein Teil der Strategie des Erreichens der

    „Europareife“ des TÜP1?

 

3. Wurden während der offiziellen Messungen zur Erhebung der Lärmpegelwerte, i. Z. mit

    der Einrichtung eines Neuro - Rehab - Zentrums, durch intensive Schießübungen des

    Bundesheeres gezielt Extremlärmbelastungen erzeugt, die eine Realisierung dieses

    Projektes unterbunden haben?

4. Welche Strategien und Einrichtungen der Lärmvermeidung schlagen Sie vor, um die

    Lärmemissionen zu reduzieren und die Bevölkerungsabwanderung in Zukunft

    einzubremsen?

 

5. Welche Schritte werden unternommen, um den offenbar notwendigen Lastenausgleich

    herbeizuführen, damit die Region Allentsteig durch die Belastungen und Leistungen für

    den TÜPl wieder gleiche Lebenschancen wie andere Regionen erhält?

 

6. Gibt es inzwischen ein Leitbild für die ökologische Entwicklung des TÜP1, wie sie in

    der heereseigenen Biotopstudie empfohlen wurde?

 

7. Wurde die Biotop - Kartierung des TÜP1 inzwischen vervollständigt?

 

8. Warum wurde die Bildung von Naturschutzabteilungen innerhalb des Bundesheeres

    nicht vorgenommen?

 

9. Werden Ausbildungen der Wehrpflichtigen und Soldaten hinsichtlich des Naturschutzes

    vorgenommen?

 

10. Werden Sie dafür sorgen, daß eine Rechtsgrundlage für Entschädigungsleistungen, die

      aus der temporären Schließung der Landeshauptstraße 75 resultieren, geschaffen wird?

 

11. Ich wiederhole, die zuletzt unbeantwortet gebliebene fünfte Frage: Gab es eine

      Bewertung der Schäden (Treibstoffverbrauch, Zeitverluste für Privatpersonen bzw. für

      die regionale Wirtschaft), die durch den Übungsbetrieb in Allentsteig entstanden sind?

      Wenn nein, warum nicht?

 

12. Welche Telephonnummer hat das Servicetelefon für AnrainerInnen, von dem Sie in der

      7. Antwort zur Anfragebeantwortung (4212/AB) sprechen? Für welche Zwecke steht es

      zur Verfügung?

 

13. Werden Sie dafür Sorge tragen, daß die Schließ - bzw. Öffnungszeiten der

      Landeshauptstraße 75 über die Verkehrsinformationsdienste des österreichischen

      Rundfunks bekanntgegeben werden?

 

14. Anrainerberichten zufolge ist auch im vergangenen Sommer über die Stadt Allentsteig

      geschossen worden. Werden Sie dafür Sorge tragen, daß diese Praxis unterbunden wird?

 

15. Was werden Sie unternehmen, daß die Sprengung von Munition, die eine völlig

      überflüssige Lärm - und Steuerbelastung der Bevölkerung mit sich bringt eingestellt

      wird?

 

16. Können Sie sich vorstellen, daß der Einsatz von Diensthunden zur Bewachung

      militärischer Objekte für Anrainer als Bedrohung empfunden werden könnten?

 

17. Wurden in regionalen Zeitungen oder Gemeindezeitungen Publikationen des

      Bundesheeres beigelegt? Wenn ja, welchen Zweck haben derartige Beilagen und wie

      hoch sind die daraus erwachsenden Kosten?