5863/J XX.GP
ANFRAGE
der Abgeordneten Dr Povysil, Dr. Kurzmann, Dr. Salzl
und Kollegen
an die Frau Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales (BMAGS)
betreffend: Liberalisierung der Medikamentenabgabe und Gefahren
Gesundheitspolitiker der ÖVP , der Medikamentenreferent, sowie der Präsident der OÖ.
Ärztekammer treten für eine Liberalisierung der Abgabe von Medikamenten bei
geprüften und anwendungsgesicherten Arzneimitteln ein.
Diese Forderung würde nicht nur zu einer Zunahme des Medikamentenkonsums
führen, sicherlich zur Freude der Pharmaindustrie, sondern würde auch im Bereich der
Volksgesundheit gewisse Gefahren durch ,,Selbstmedikation” und
Medikamentenabusus mit sich bringen, sowie erhöhte Folgekosten für die
Sozialversicherungen, durch Gefahren der Fehlbehandlung, bewirken.
In diesem Zusammenhang stellen die unterfertigten Abgeordneten
an die Frau Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales (BMAGS) die
nachstehende
ANFRAGE:
1. Wieviele Medikamente und Arzneien sind in Österreich ohne Rezept erhältlich?
2. Wieviele Präparate sind apothekenpflichtig?
3. Wieviele Präparate sind nicht apothekenpflichtig?
4. Ist Ihrem Ressort bekannt wieviele rezeptpflichtige Präparate ohne ärztliches Rezept
in Apotheken abgegeben wurden?
5. Wie sieht dieses Verhältnis in Anstaltsapotheken von Krankenhäusern aus? Gibt es
diesbezüglich Zahlenmaterial welches Sie beibringen können?
6. Laut Aussagen von Fachleuten der Pharmaindustrie bestehen im Heilmittelverzeichnis
des Hauptverbandes der Österreichischen Sozialversicherungsträger ca. 700
Präparate, deren Kaufpreis in der Apotheke günstiger käme, als die Rezeptgebühr
von 44,-- S. Gedenken Sie, in diesem Bereich eine verbesserte Information für den
Bürger zu bewirken? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht?
7. Welche Schritte zur Harmonisierung der Medikamentenabgabe innerhalb der EU
haben Sie schon unternommen?