5896/J XX.GP
A n f r a g e
der Abgeordneten Maria Rauch - Kallat, Dr. Lukesch
und Kollegen
an den Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr
betreffend SPÖ - Politpropaganda auf Kosten der Steuerzahler
Im Wirtschafts - Blatt vom 2. 3. 1999 findet sich ein Inserat der Österreichischen
Forschungszentrum Seibersdorf Ges.m.b.H. mit einem überdimensionalen Bild des
Bundesministers für Wissenschaft und Verkehr und einem netten Spruch des
Bundesministers (Anlage). Gerade in Vorwahlkampfzeiten - die SPÖ hat ja bekanntlich
bereits den Wahlkampf gestartet - erscheinen manch‘ Außenstehenden solche Inserate
“bestellt”, weshalb die Schaltung dieses Inserates einer näheren Betrachtung bedarf.
Die Einschaltung von Seibersdorf ist aber umso prekärer, da das Forschungszentrum erst
im vergangenen Jahr knapp dem finanziellen Kollaps entgangen ist und viele
sozialistische Wissenschaftspolitiker es nicht erwarten können, das finanzstarke
Forschungszentrum Arsenal mit dem finanzschwachen Forschungszentrum Seibersdorf
zusammenzuführen, um Letzteres zu sanieren.
Bekanntlich hat das Forschungszentrum Seibersdorf sehr turbulente Jahre hinter sich: Zur
Jahreswende 1996/97 war es praktisch noch konkursreif, erst im November 1997 konnten
dem ÖFZS zusätzliche Mittel in der Höhe von öS 160 Mio. zur finanziellen Absicherung
zugesagt werden, nämlich 1997 öS 100 Mio. sowie 1998 und 1999 je öS 30 Mio..
Vergangenes Jahr hat Dr. Leberl nach eineinhalb Jahren seine Funktion als
Geschäftsführer zurückgelegt. Die neuen Pläne des damaligen Geschäftsführers konnten
nicht konfliktfrei umgesetzt werden, manche Mitglieder der Belegschaft sprachen von
chaotischen Zuständen in Seibersdorf und von Handlungen wider jegliche
betriebswirtschaftliche Grundsätze.
Aus diesem Grund stellen die unterfertigten Abgeordneten an den Bundesminister für
Wissenschaft und Verkehr folgende
A n f r a g e:
1) Was hat das Inserat der Österreichischen Forschungszentrum Seibersdorf Ges.m.b.H.
im Wirtschafts - Blatt gekostet?
2) Wurde in weiteren Zeitungen bzw. Zeitschriften geschaltet?
3) Wenn ja, welcher Betrag wurde insgesamt - aufgrund des gegebenen
Zuschußbedarfes auf Kosten der Steuerzahler - dafür aufgewendet?
4) Stellt die Darstellung des Konterfeis des Bundesministers für Wissenschaft und
Verkehr in Verbindung mit einem netten Spruch Ihrer Ansicht nach eine versteckte
Wahlkampfaktivität dar?
5) Sind Inserate mit anderen Bundesministern geplant, wie etwa mit dem für
Forschungsagenden zuständigen Bundesminister Dr. Farnleitner?
6) Wird diese Inseratenkampagne mit Mitteln des BMWV gesponsert?
7) Was ist der Zweck dieser Inseratenkampagne?
8) Ist Ihnen bekannt, was SPÖ - Bundesgeschäftsführer Rudas für diese Werbung bezahlt
hat?
9) Worin sehen Sie den Werbeeffekt, wenn das Inserat vom Bundesminister für
Wissenschaft und Verkehr dominiert wird, der durchschnittliche Leser aber eine Lupe
benötigt, um den Gegenstand der Werbung, gedruckt durch das Wort ,,Seibersdorf”, zu
erkennen?
10)Das sehr vorteilhafte Foto des Bundesministers für Wissenschaft und Verkehr trägt die
Signatur ,,Reichl & Partner” - wurde dieses von der SPÖ zur Verfügung gestellt?
Anlage konnte nicht gescannt werden !!!