5938/J XX.GP
der Abgeordneten Petrovic, Freundinnen und Freunde
an den Bundeskanzler
betreffend geplante Subventionen für den Verein Wiener Philharmoniker
Der Kurier vom 17.3.1999 berichtet über Verhandlungen des Bundeskanzleramtes mit dem
Verein Wiener Philharmoniker bzw. dem Wiener Staatsoperorchester. Im Zuge der
Ausgliederung der Bundestheater ist lt. Kurier geplant, daß der Verein Wiener Philharmoniker
eine jährliche Subvention in der Höhe von 40 Millionen Schilling erhalten soll.
Verwunderlich ist diese Konstruktion, da ein privater Verein als Ausgleich dafür, daß die
Mitglieder des Staatsopernorchesters in Zukunft keine Beamtenpension mehr erhalten sollen,
eine staatliche Subvention erhalten soll. Völlig unverständlich wäre eine Subvention an den
Verein Wiener Philharmoniker, wenn daran nicht mindestens die Bedingung geknüpft wird,
den Frauenanteil in diesem Orchester drastisch zu erhöhen. Jede Maßnahme und jedes Gesetz
zur Förderung der Gleichbehandlung würde drastisch konterkariert werden, wenn einem
Verein eine Subvention in der Höhe von 40 Millionen gewährt wird, der bisher nur aufgrund
des großen internationalen und nationalen Drucks bereit war, Frauen in sein Orchester
aufzunehmen und auch in jüngster Zeit wenig Bereitschaft signalisiert hat, den Frauenanteil
aktiv anzuheben.
Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende
ANFRAGE:
1) Ist es richtig, daß der Verein Wiener Philharmoniker im Zuge der Ausgliederung der
Bundestheater eine jährliche Subvention erhalten soll? Wenn ja: Wie hoch wird diese
Subvention sein bzw. welche Summen stehen derzeit in Verhandlung?
2) Wie wird diese Subvention für einen privaten Verein, die offenbar einen Ausgleich für den
Wegfall der Beamtenpension bei den Mitgliedern des Staatsoperorchesters darstellen
soll, begründet?
3) Ist diese Subvention an irgendwelche Bedingungen gegenüber dem Verein Wiener
Philharmoniker geknüpft?
4) Wird diese Subvention an die Bedingung geknüpft werden, daß der Verein aktiv dic
Aufnahme von Frauen in das Orchester "Wiener Philharmoniker“ betreibt? Wird es in
diesem Zusammenhang auch eine deutliche Vorgabe an den Verein geben?