6002/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

 

 

der Abgeordneten Petrovic, Freundinnen und Freunde

 

an den Bundesminister für Inneres

 

betreffend die 4. Internationale Heroinkonferenz der Interpol in Rangoon, Burma

 

Im Februar 1999 fand die 4. Internationale Heroinkonferenz der Interpol in Rangoon,

Burma statt. Nach unseren Informationen ist Burma Heroinproduzent und - exporteur

Nummer eins und wurde bereits von der internationalen Staatengemeinschaft wegen seiner

Rolle beim Waschen von Drogengeldern geächtet. Ehemalige „Drogenbarone“ genießen im

Schatten der burmesischen Junta ein sorgenfreies Leben.

 

Was jedoch noch schwerer wiegt, ist die Tatsache, daß die burmesische Regierung keinerlei

demokratische Legitimation besitzt, nachdem 1990 die demokratische Opposition bei den

Parlamentswahlen mehr als 80% der Stimmen gewinnen konnte. Seither gehen Militär und

Polizei des Landes mit unvorstellbarer Grausamkeit gegen Oppositionelle vor. Tausende

Oppositionelle sitzen in burmesischen Gefängnissen, nur weil sie ihre demokratischen

Rechte einfordern. Folter, Zwangsarbeit, Zwangsumsiedlungen von ethnischen Gruppen

sind an der traurigen Tagesordnung.

 

Nicht zuletzt diese Gründe haben bisher 12 Interpolmitgliedstaaten, darunter Norwegen, die

Niederlande, Großbritannien, Frankreich, die USA und zuletzt auch Deutschland bewogen,

der Heroinkonferenz fernzubleiben.

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende

 

ANFRAGE:

 

1. Hat Österreich trotz der oben angeführten Mißstände in Burma an der 4.

    Internationalen Heroinkonferenz der Interpol in Rangoon teilgenommen? Wenn ja,

    warum ist Österreich nicht dem Beispiel von Norwegen, den Niederlanden,

    Großbritannien, Frankreich, den USA und Deutschland gefolgt, die beschlossen

    haben, dieser Konferenz fernzubleiben?

 

2. Welche Schritte wurden bei dieser Gelegenheit von Österreichischer Seite

    unternommen, um auf die verheerende Menschenrechtslage in Burma hinzuweisen?

 

3. Was war das Ergebnis dieser Konferenz?