6070/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

der Abgeordneten G. Moser, Freundinnen und Freunde

 

an den Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr

 

betreffend KonsumentInnenfreundliche Regelungen im Telekommunikationsbereich

 

Durch die Liberalisierung des Telekommunikationsbereichs ergeben sich neue Chancen

und Risiken für die KundInnen. Vor allem sollen Transparenz und Grundinfrastruktur

gewährleistet werden. Angesichts der bevorstehenden Tarifreform gilt es verstärkt, die

Interessen des/der DurchschnittstelefoniererIn im Auge zu behalten und eine

Verschlechterung der Situation zu verhindern.

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende

 

ANFRAGE:

 

1. Werden Sie sich dafür einsetzen, daß Telefonieren im Nahbereich tariflich

    transparenter und günstiger gestaltet wird? Wenn nein, warum nicht? Treten Sie für

    einen groben Rahmen, für gewisse gemeinsame Grundzüge ein, die von allen

    Anbietern gewahrt werden müssen? Wenn nein, warum nicht?

 

2. Wie wollen Sie dafür sorgen, daß das neue Nummernkonzept nicht zu Lasten der

    kleinen und mittleren Einkommen eingeführt wird? Werden Sie darauf drängen, daß

    die Vorwahlen sich an dem Umfang der Bundesländer orientieren?

 

3. Werden Sie darauf drängen. daß bei dieser Umstellung gewährleistet ist, daß den

    TeilnehmerInnen der Zugang zu allen Netzen der verschiedenen AnbieterInnen

    möglich ist, daß die Wahl des Anbieters/der Anbieterin bei jedem Gespräch frei sein

    muß und jeder Anbieter/jede Anbieterin die Rechnung unmittelbar an den/die

   TeilnehmerIn übermittelt? Wenn nein, warum nicht?

 

4. Verlangen Sie im Zuge der Tarifreform und der Einführung des neuen

    Nummernkonzepts, daß bei einem Wechsel des Netzes, über das der/die Teilnehmerin

    erreichbar ist, die Beibehaltung der bisherigen Telefonnummern möglich ist, daß die

    technische Umstellung der Endapparate keinen Widerspruch zum Grundsatz der

    Erschwinglichkeit der Dienstleistungen bedeutet, daß dabei auch die Verwendbarkeit

    alter Apparate möglich ist, sowie daß die Kosten der Infrastruktur nicht in

    diskriminierender Weise auf die privaten Benützer oder auf geographische Gebiete

    überwälzt werden? Wenn nicht, warum nicht?

5. Werden Sie die Auflage eines österreichweit einheitlichen Telefonbuches, das alle

    Telefonnummern im Fest- und Mobilfunknetz umfaßt, vorschlagen und für eine

     sinnvollere Segmentierung der einzelnen Bände sorgen? Wenn nicht, warum nicht?

 

6. Werden sie die Geschäftsbedingungen im Mobilfunkbereich zu verbessern versuchen?

 

7. Werden Sie darauf drängen, daß die Mahnspesen der Telekom reduziert werden

    (derzeit öS 60,--)?

 

8. Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, die Schlichtungsstellen den Fernmeldebehörden zu

     übertragen und aus der Telekom bzw. PTA auszugliedern?

 

9. Derzeit existiert eine unübersichtliche Tarifordnung und eine intransparente

    Rechnungs - gestaltung, die eine Analyse des Telefonierverhaltens und somit eine

    adäquate Wahl des Telefonanbieters sehr erschwert. Werden Sie Schritte

    unternehmen, damit - so wie in vielen Lädern - im Zuge der Telefonrechnung ein

    Einzelgebührennachweis mit vollständigen Rufnummern kostenlos angeboten wird?

 

10. In wieweit werden Sie sich für die Auflage einer alle Gebühren umfassenden

      Tariftabelle aller Anbieter im Fest -  und Mobilnetz einsetzen, die auf allen Postämtern

      in stets aktueller Version aufliegt und für einen Unkostenbeitrag erworben werden

      kann?

 

11. Werden Sie dafür sorgen, daß bei Anwahl jeder Mehrwertnummer anfangs die

      Kosten für die Gesprächsminute bekanntgegeben werden und eine kostenlose oder

      kostengünstige Warteschleife bereitgestellt wird? Wenn nein, warum nicht?