6071/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

der Abgeordneten G. Moser, Freundinnen und Freunde

 

an die Bundesministerin für Frauenangelegenheiten & Verbraucherschutz

 

betreffend Konsumentlnnenfreundliche Regelungen im Telekommunikationsbereich

 

Durch die Liberalisierung des Telekommunikationsbereichs ergeben sich neue Chancen und

Risiken für die KundInnen. Vor allem sollen Transparenz und Grundinfrastruktur gewährleistet

werden. Angesichts der bevorstehenden Tarifreform gilt es verstärkt, die Interessen des/der

Durchschnittstelefoniererln im Auge zu behalten und eine Verschlechterung der Situation zu

verhindern.

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende

 

ANFRAGE:

 

1. Werden Sie sich dafür einsetzen, daß Telefonieren im Nahbereich tariflich transparenter und

    günstiger gestaltet wird? Wenn nein, warum nicht? Treten Sie für einen groben Rahmen, für

    gewisse gemeinsame Grundzüge ein, die von allen Anbietern gewahrt werden müssen? Wenn

    nein, warum nicht?

 

2. Wie wollen Sie dafür sorgen, daß das neue Nummernkonzept nicht zu Lasten der kleinen und

    mittleren Einkommen eingeführt wird? Werden Sie darauf drängen, daß die Vorwahlen sich an

    dem Umfang der Bundesländer orientieren?

 

3. Werden Sie darauf drängen. daß bei dieser Umstellung gewährleistet ist, daß den

    TeilnehmerInnen der Zugang zu allen Netzen der verschiedenen AnbieterInnen möglich ist,

    daß die Wahl des Anbieters/der Anbieterin bei jedem Gespräch frei sein muß und jeder

    Anbieter/jede Anbieterin die Rechnung unmittelbar an den/die TeilnehmerIn übermittelt?

    Wenn nein, warum nicht?

 

4. Verlangen Sie im Zuge der Tarifreform und der Einführung des neuen Nummernkonzepts, daß

    bei einem Wechsel des Netzes, über das der/die TeilnehmerIn erreichbar ist, die Beibehaltung

   der bisherigen Telefonnummern möglich ist, daß die technische Umstellung der Endapparate

   keinen Widerspruch zum Grundsatz der Erschwinglichkeit der Dienstleistungen bedeutet, daß

   dabei auch die Verwendbarkeit alter Apparate möglich ist, sowie daß die Kosten der

   Infrastruktur nicht in diskriminierender Weise auf die privaten Benützer oder auf

   geographische Gebiete überwälzt werden? Wenn nicht, warum nicht?

5. Werden Sie die Auflage eines österreichweit einheitlichen Telefonbuches, das alle

    Telefonnummern im Fest- und Mobilfunknetz umfaßt, vorschlagen und für eine sinnvollere

    Segmentierung der einzelnen Bände sorgen? Wenn nicht, warum nicht?

 

6. Werden sie die Geschäftsbedingungen im Mobilfunkbereich zu verbessern versuchen?

 

7. Werden Sie darauf drängen, daß die Mahnspesen der Telekom reduziert werden (derzeit

    öS 60,--)?

 

8. Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, die Schlichtungsstellen den Femmeldebehörden zu

    übertragen und aus der Telekom bzw. PTA auszugliedern?

 

9. Derzeit existiert eine unübersichtliche Tarifordnung und eine intransparente Rechnungs-

    gestaltung, die eine Analyse des Telefonierverhaltens und somit eine adäquate Wahl des

    Telefonanbieters sehr erschwert. Werden Sie Schritte unternehmen, damit - so wie in vielen

    Ländern - im Zuge der Telefonrechnung ein Einzelgebührennachweis mit vollständigen

    Rufnummern kostenlos angeboten wird?

 

10. In wieweit werden Sie sich für die Auflage einer alle Gebühren umfassenden Tariftabelle aller

      Anbieter im Fest - und Mobilnetz einsetzen, die auf allen Postämtern in stets aktueller Version

      aufliegt und für einen Unkostenbeitrag erworben werden kann?

 

11. Werden Sie dafür sorgen, daß bei Anwahl jeder Mehrwertnummer anfangs die Kosten für die

      Gesprächsminute bekanntgegeben werden und eine kostenlose oder kostengünstige

      Warteschleife bereitgestellt wird? Wenn nein, warum nicht?