6137/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

der Abgeordneten DI Schöggl, Dr. Povysil, Mag. Haupt, Dr. Pumberger

an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales

 

betreffend Neuronavigationssystem

 

Die Forscher und Forscherinnen an den österreichischen Kliniken und Universitätskliniken

bieten Spitzenleistungen im Bereich Neurochirurgie, die auch zu bedeutenden

Entwicklungen im Gerätebereich führen.

Klinische Spitzenleistungen können langfristig nur durch gleichzeitige Lehre und

Forschung aufrechterhalten werden.

Höchster technologischer Standard als Bestandteil der Behandlungsqualität zum Wohle

der Patienten bedürfen, technologischer Neuentwicklungen, der Zusammenarbeit von

medizintechnischer Forschung und Industrie.

Das operative Leistungsspektrum der mikrochirurgischen Behandlung ist breit gefächert:

Gehirntumore, Prozesse der Schädelbasis, Gefäßerkrankungen des Gehirns und des

Rückenmarks, etc. ...

Nun wurden am menschlichen Gehirn 1.423 Eingriffe im Allgemeinen Krankenhaus

Wien (AKH) vorgenommen.

Durch die Entwicklung der digitalen Bildverarbeitung in der modernen radiologischen

Diagnostik ist es heute bereits möglich, kleinste Läsionen (Verletzungen) im Gehirn exakt

abzubilden. Durch das neue Ultraschall - Neuronavigationssystem wird der

Informationsgehalt diagnostischer Bilder aufbereitet und während der gesamten

Operation bereitgehalten.

Die moderne Mikroneurochirurgie findet ihren Ausdruck in der „mikroskopischen

Läsionschirurgie“ und versucht den spezifischen Gegebenheiten des neuralen Gewebes

Rechnung zu tragen.

Das Neuronavigationssystem hilft den Eingriff optimal zu planen, erleichtert das

Auffinden der Läsion, unter bestmöglicher Schonung des gesunden Gewebes und unter

Verringerung des Operationsrisikos.

Die Zugangsplanung sowie sichere Tumorlokalisation ermöglichen die Öffnung der

Schädelkalotte relativ klein zu halten, was sich wiederum positiv auf die postoperative

Wundheilung auswirkt.

Zukünftige Anwendungsgebiete des Neuronavigationssystems sind beispielsweise in der

HNO - Chirurgie oder der Orthopädie zu finden.

 

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher

an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales

nachstehende

 

ANFRAGE:

 

1. Sind Ihnen die Leistungen auf obigem Gebiet bekannt?

 

2. Werden Sie die Forschung auf diesem Gebiet fördern?

     a) Wenn ja, in welcher Form?

     b) Wenn nein, warum nicht?

3. Welche österreichischen Forschungsprogramme im Bereich der

     Neuronavigationssysteme werden derzeit bearbeitet? Wie werden diese finanziert

     bzw. gefördert?

 

4. Welche österreichischen Forschungsprogramme im Bereich der

     Neuronavigationssysteme sind geplant und wie werden diese finanziert bzw.

     gefördert?

 

5. In welchen österreichischen Krankenhäusern kommt das Neuronavigationssystem zur

     Anwendung?

 

6. Wieviele Neuronavigationsgeräte zur direkten Unterstützung der Neurochirurgen

     stehen, nach Bundesland, zur Verfügung? In welche Spitälern werden diese

     eingesetzt?

 

7. Wie hoch sind die Kosten der einzelnen Geräte?

     a) Um welche Gerätetypen handelt es sich?

     b) Wie sehen die Preisvergleiche zur EU aus?

 

8. Sind die Neuronavigationsgeräte im Großgeräteplan enthalten?

    a) Wenn nein, warum nicht?

    b) Wenn ja, besteht die Absicht weitere Geräte in den Plan aufzunehmen? Welche

         sind die Aufnahmekriterien?

 

9. Wieviele Operationen wurden mit diesen Neuronavigationsgeräten in Österreich

     durchgeführt?

 

10. Wie weit sind die Entwicklungen des Neuronavigationssystems in anderen Ländern

      im Vergleich zu Österreich gediehen?

      a) Gibt es internationale Kooperationen auf diesem Gebiet?

      b) Wer sind die Träger dieser Kooperationen?

 

11. Welche Qualitätsnormen und Qualitätsüberprüfungen bestehen für diese Geräte?

 

12. Wie sieht die Kooperation in diesem Bereich zwischen dem Bundesministerium für

       Arbeit, Gesundheit und Soziales und dem Bundesministerium für Wissenschaft und

       Verkehr konkret aus?