6149/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

der Abgeordneten Maria Schaffenrath und PartnerInnen

 

an den Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten

 

betreffend finanzielle Gefährdung des Business - Frauen - Center

 

Österreich liegt mit einer Selbständigenquote von 6,8% im internationalen Vergleich weit

zurück (der EU - Durchschnitt beträgt 12,8%), innerhalb der EU rangiert Österreich vor

Luxemburg an vorletzter Stelle. Und auch im World Competitivenes Yearbook des Lausanner

IMD belegen wir im internationalen Vergleich von 46 Nationen in Sachen Wachstumsklima

für neue Betriebe den peinlichen letzten Platz.

Lediglich acht Prozent der erwerbstätigen Frauen sind selbständig, der Großteil davon im

Betrieb des Ehemanns oder in der Nachfolge. Das hat sich in den vergangenen 40 Jahren nicht

verändert. Von insgesamt 242.000 österreichischen Unternehmen werden nur 74.600 von

Frauen geführt. Damit hinkt Österreich international nach. In den neuen deutschen

Bundesländern werden 40% der neuen Firmen von Frauen gegründet.

 

Derzeit gibt es in Österreich lediglich zwei Business - Frauen - Center, die Frauen auf dem Weg

in die Selbständigkeit bei der Unternehmensgründung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese

Zentren in Wien und Graz sind akut gefährdet, da die Geldmittel laufend gekürzt werden. So

bekam das Zentrum in Wien aus Mitteln des Bundes (Frauenministerium) im ersten Jahr 1997

des Bestehens 1,7 Millionen, im zweiten 1998 1,2 Millionen und im dritten Jahr 1999 nur

mehr 900.000 Schilling Förderung. Das Zentrum in Graz finanziert sich aus Mitteln von Land

und Stadt und wurde 1997 zunächst mit je 500.000 S, l998 mit je 400.000 und 1999 je

300.000 Schilling gefördert. Das Geld zur Unterstützung von Firmengründerinnen reicht nur

mehr für dieses Jahr, ab dem Jahr 2000 ist keine finanzielle Unterstützung mehr vorgesehen.

 

Das Wirtschaftsministerium kann auf keinerlei konkrete Maßnahmen zur

UnternehmerInnenförderung verweisen, einzig das Gründerservice steht Interessierten zur

Verfügung, ohne aber auf die spezifischen Bedürfnisse von Frauen einzugehen. Da es sich bei

den beiden Business - Frauen - Center um Beratungsstellen für Frauen in der

Unternehmensgründungsphase handelt, wäre es für den Wirtschaftsminister ein Leichtes

Gelder im Rahmen der Gründeroffensive bereitzustellen. Auch die Wirtschaftskammer sollte

ein vitales Interesse daran haben, diese Frauen auf dem Weg in die Selbständigkeit zu

unterstützen, und könnte somit ebenso in ihren Fördertopf für Jungunternehmungen greifen.

Durch diese zusätzlichen Mittel muß es möglich sein, in Österreich diese notwendigen

Beratungszentren flächendeckend - also in jedem Bundesland eines - einzurichten Diese

Informationen seien deshalb sinnvoll, weil gerade Frauen auf dem Weg in die Selbständigkeit

jede Orientierungshilfe brauchen wie zum Beispiel in dem sich ständig ändernden

Förderdschungel.

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen in diesem Zusammenhang an den Bundesminister für

wirtschaftliche Angelegenheiten folgende

ANFRAGE

 

1. Welche Maßnahmen sind geplant, um Frauen auf dem Weg in die Selbständigkeit

     maßgeblich zu unterstützen?

 

2. Werden Sie im Rahmen der Gründeroffensive finanzielle Mittel für die beiden Business -

     Frauen - Center zur Verfügung stellen?

 

3. Wenn ja, in welcher Höhe?

 

4. Wenn nein, mit welcher Begründung?