6150/J XX.GP
Anfrage
der Abgeordneten Helmut Peter, Volker Kier und PartnerInnen
an den Bundesminister für Finanzen
betreffend die Vorlage des Berichts der Arbeitsgruppe zur Zusammenarbeit
von Sozialversicherungsträgern und Finanzverwaltung
Die Systematik der Einhebung von Lohn - und Einkommensteuer sowie die Abfuhr
der Sozialversicherungsabgaben ist in Österreich sehr kompliziert organisiert: Die
Unternehmen werden nicht nur als Steuereinheber für den Staat tätig, sondern sie
werden auch durch die verschiedenen Steuerprüfungen zusätzlich administrativ
belastet. Ein Unternehmen kann folgenden Prüfungen unterzogen werden: Der
Betriebsprüfung, der Lohnsteuerprüfung, der Umsatzsteuerprüfung, der
Krankenkassenprüfung und der Kommunalsteuerprüfung. Dazu kommen je nach Art
des Unternehmens noch zusätzliche Prüfungen wie etwa die Getränkesteuerprüfung.
Um in diesem Bereich eine Entlastung für die Unternehmen zu erreichen, muß ein
einheitlicher Prüfungsvorgang geschaffen werden. Als erster Schritt ist eine
Zusammenlegung der Lohnsteuerprüfung mit der Krankenkassenprüfung vorstellbar,
da dieselbe Materie geprüft wird. In diesem Bereich gibt es auch einen ersten
konkreten Anknüpfungspunkt: Die Finanzämter und die Sozialversicherungsträger
sind nach einem Erlaß des Bundesministeriums für Finanzen schon heute dazu
verpflichtet, gegenseitig die Ergebnisse von durchgeführten Prüfungen
auszutauschen, was bei einer unter einem durchgeführten Prüfung uno actu
stattfände.
Dieser Erlaß („Zusammenarbeit von Sozialversicherungsträgern und
Finanzverwaltung“) sieht übrigens vor, daß über die Erfahrungen mit der
Funktionsweise sowie über die Effizienz des Austausches der Prüfungsergebnisse im
Zeitraum vom 1. 9. 1998 bis 28. 2. 1999 ein Bericht (samt Änderungsvorschlägen)
eines Arbeitskreises, der aus Vertretern der Sozialversicherungsträger und der
Finanzverwaltung
besteht, vorzulegen ist.
Vor diesem Hintergrund stellen die unterfertigten Abgeordneten folgende
Anfrage
1. Sind Sie bereit diesen Bericht dem Nationalrat vorzulegen? (Wenn ja, bitte um
die Beiheftung dieses Berichts)
2. Wenn nein, warum nicht?