6293/J XX.GP
ANFRAGE
der Abgeordneten Dr. Povysil, Dr. Bauer, Dr. Pumberger, Mag. Haupt, , Dr. Kurzmann
und Kollegen
an die Frau Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz
betreffend Gesundheitsschädigende Waren im Verkehr
Die Bundesministerin warnt, in unregelmäßigen, aber nicht allzugroßen Abständen über
die APA vor gesundheitsschädigenden Produkten, z.B. Fischprodukten.
Einmal ist die Ursache das Bakterium LISTERIA MONOCYTOGENES, dann wieder sind es
SALMONELLEN oder auch ein erhöhter HISTAMINGEHALT.
Manchmal finden diese APA - Meldungen den Weg in eine Zeitung, meist unter dem
Punkt „Diverses“. Wer Zeit und Muße hat dies zu lesen, der hat noch die Chance,
diesem Produkt zu entrinnen, denn die Behörde handelt zu spät.
Im Supermarkt „kugeln“ diese Waren in den Regalen herum, bis Sie auch der letzte
unachtsame oder uninformierte Konsument gekauft und gegessen hat, so geschehen
bei dem Thunfisch der Marke Starkist bei BILLA. Kein Mensch hat das Regal ausgeräumt,
es wurde ja nicht angeordnet.
Die Folgen dieser „Alibihandlungen“ und Unterlassungen tragen.
1. Die österreichischen Verbraucher,
2. Das österreichische Gesundheitswesen, dessen Kosten ständig steigen.
Anfragen unserer Parlamentsfraktion werden, mit leichtem Unwillen, unter Hinweis auf
die Gesetzeslage beantwortet, die eben so ist, wie sie ist.
Auch auf EU - Ebene sind zu diesem Problemkreis keine Besserungen in Sicht.
In Österreich haben die Lebensmittelvergiftungen zugenommen.
Aus diesen Gründen richten die unterfertigten Abgeordneten
an die Frau Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz
nachstehende
ANFRAGE:
1. Warum wurde bis dato keine wirksame Novelle des Lebensmittelgesetzes
(Lebensmittelgesetz LMG 1975) vorgelegt?
Werden Sie diese noch in dieser Legislaturperiode verwirklichen? Wenn nein,
warum nicht?
2. Warum wird der Vollzug dieses Gesetzes von Ihnen bzw. durch die
Lebensmitteluntersuchungsanstalten und Marktämter nicht genauer
vollzogen? Warum können nicht vermehrte und genauere Kontrollen
durchgeführt werden?
3. Warum werden gesundheitsgefährdende Waren weiter in Kundenregalen
belassen, anstatt sie bis zum Vorliegen des Untersuchungsergebnisses unter
Verschluß zu nehmen?
4. Werden bei wiederholtem Auftreten von mangelhafter und
gesundheitsschädigenden Waren bei gewissen Herstellern, Lieferanten und
Detaillanten Konsequenzen gezogen? Wenn ja, welche und wie? Wenn nein,
warum nicht?
5. Welche weiteren Möglichkeiten der Überprüfung von Lebensmitteln und
Waren von anderen EU - und Drittländern können Sie sich vorstellen, bevor
diese in Österreich in den Verkehr kommen?
6. Welche weiteren Warn - und Informationssysteme, außer über APA,
Lebensmittelpolizei und Marktämter, können Sie sich zusätzlich für eine
raschere und effektivere Information der Konsumenten und Verbraucher
vorstellen?
7. Welche Schritte zur zwingenden Veröffentlichung Ihrer Warnungen in den
Printmedien werden Sie unternehmen?
8. Welche Schritte zur zwingenden Räumung der Regale durch die
Supermärkte, nach erfolgter Warnung, werden Sie unternehmen?