6295/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

 

der Abgeordneten Mag. Haupt, Dr. Salzl und Kollegen

an den Bundesminister für Land und Forstwirtschaft

betreffend selektive Wachstumssimulation von Siccovet - Produktkomponenten

auf Nocardia asteroides

 

 

Nocardienmastitiden gehören zu den bösartigen Euterentzündungen des Rindes,

welche - aufgrund der tief im Gewebe liegenden nicht heilbaren Infektionsbereiche -

meist zur Abschaffung des Tieres führen.

 

Der zur Mastitispropylaxe eingesetzte ,,Siccovet - Euter - Injektor“ (Fa. Werfft Chemie)

enthielt als Trägerhilfsstoff Paraffinöl, welches auf das Wachstum von Nocardia

asteroides einen stimulierenden Effekt ausübt, und bereits zum Zeitpunkt der ersten

Krankheitsausbrüche nicht dem letzten Stand der Wissenschaft entsprach.

 

Durch die Anwendung dieses, eigentlich zur Mastitisprophylaxe vorgesehenen, Euter -

Injektors kam es - ab März 1993 in ganz Österreich - zu umfangreichen

Nocardienmastitisausbrüchen‘ und zahlreiche Schadensfälle waren zu beklagen.

Gleichzeitig erfolgte die Information der Bauern über diesen Ausbruch so zögerlich

und zurückhaltend, daß viele Landwirte nicht an eine patho - histologische

Untersuchung ihrer kranken bzw. abgeschafften Tiere dachten.

 

 

 

Die unterfertigten Abgeordneten richten in diesem Zusammenhang an den

Bundesminister für Land und Forstwirtschaft die nachstehende

 

ANFRAGE

 

 

1. Wie viele Schadensfälle sind Ihrem Ressort bekannt?

 

2. Wie erfolgte die Information der Landwirte?

 

3. Wie lautet die ursprünglich - als Wiedergutmachung an die Landwirte - zu zahlen

    vereinbarte Summe?

 

4. War die Höhe der erfolgten Entschädigungen identisch mit der ursprünglich

    vereinbarten Summe? Wenn nein, warum nicht?

 

5. Mit welchen Mitteln wurden die Entschädigungsfonds gespeist?

 

6. Wie viele Tiere wurden in den einzelnen Bundesländern vergütet?

 

7. Wie hoch schätzen Sie die Zahl der unerkannt gebliebenen Infektionen?

8. Gab es bezüglich dieser Schadensfälle Gerichtsverfahren, wenn ja, in welchen

    Bundesländern und wie lauten die Urteile?

 

9. Sind Ihnen anhängige Gerichtsverfahren bekannt, wenn ja, in welchen

    Bundesländern und warum sind diese Verfahren noch nicht abgeschlossen?

 

10. Welche Maßnahmen sind von Ihrem Ministerium geplant, um die Landwirte bei

      Verfahren in dieser Angelegenheit zu unterstützen?

 

11. Waren die Landtage einzelner Bundesländer mit diesem Problem befaßt und

      a. wie lauten diese Beschlüsse?

      b. wurden diese Beschlüsse bis zum heutigen Zeitpunkt umgesetzt, bzw. wenn

          nein, warum nicht?