6411/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

 

der Abgeordneten Mag. Haupt, Dr. Salzl

und Kollegen

an die Frau Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Konsumentenschutz

betreffend belgischer Dioxin Skandal

 

Am 7. Juni 1999 wurden in Wien die ersten dioxinverseuchten Lebensmittel

beschlagnahmt. Dabei handelt es sich keineswegs um unverarbeitete Lebensmittel wie

Eier oder Fleisch, sondern um hochwertige Verarbeitungsprodukte wie Leberpasteten

und Butterkekse aus Belgien, welche Dioxinspuren aufwiesen.

 

Obwohl Österreich mit der Verhängung des Importverbotes für belgische Eier und

Geflügel um einen Tag schneller war als die EU, erhebt sich die Frage, inwieweit

belgische Lebensmittel bereits in österreichischen Verkaufsregalen und Haushalten

liegen bzw. Teile davon in Zwischenlagern auf ihre Verarbeitung zu „österreichischen

Verzehrprodukten“ warten.

 

Die unterfertigten Abgeordneten richten in diesem Zusammenhang an die Frau

Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Konsumentenschutz nachstehende

 

 

ANFRAGE

 

 

1. Welche Maßnahmen wurden von Seiten Ihres Ressorts ergriffen, um verseuchte

    belgische Import - Lebensmittel aus heimischen Regalen zu entfernen?

 

2. Welche Lebensmittel und Lebensmittelgruppen wurden untersucht und wie lauten

    die Ergebnisse?

 

3. Wurden auch Schokolade und Schokoladenerzeugnisse in Ihre Untersuchungen

    miteinbezogen? Wenn nein, warum nicht?

 

4. Wurden bei der Probennahme auch Verarbeitungsprodukte aus belgischen

    Rohstoffen berücksichtigt? Wenn ja, welche? Wenn nein, warum nicht?

 

5. Wie erfolgt die Kontrolle von Importeuren belgischer Lebensmittel und

    Lebensmittelverarbeitungsprodukten?

 

6. Wie erfolgt die Kontrolle von Lebensmitteln die zur Weiterverarbeitung in

    österreichischen Betrieben gedacht sind, wie z.B. ,‚Industrieei“?

7. Welche Behörden sind mit den Kontrollen befaßt?

 

8. Halten Sie die Anzahl der durchgeführten Untersuchungen für ausreichend? Wenn

    ja, warum? Wenn nein, was werden Sie tun?

 

9. Die deutsche Gesundheitsministerin von Westfalen hat am 6. Juni 1999 in den

    Nachrichten erklärt, die belgischen Behörden hätten bei der Information Ihrer

    Exportstaaten zögerlich gehandelt. Sind Sie auch dieser Meinung? Wenn ja, welche

    Konsequenzen werden Sie auf EU - Ebene ziehen? Wenn nein, warum nicht?