6414/J XX.GP
Der Abgeordneten Dr. Helga Konrad, Sonja Ablinger
Inge Jäger, Mag. Gisela Wurm
und GenossInnen
an den Bundesminister für Landesverteidigung
Dr. Werner Fasslabend
Betreffend Sexistische Abbildungen und Kommentare in der Zeitschrift "Heer
aktiv"
Die Arbeitsgemeinschaft Freiheitlicher Heeresangehöriger (AFH) publiziert die
Monatszeitschrift "Heer aktiv". In dieser monatlichen Publikation wurden Frauen -
und damit alle weiblichen Soldatinnen - wiederholt in sexistischer Art und Weise
präsentiert und damit diskriminiert.
Als Arbeitgeber ist das Verteidigungsministerium verpflichtet, für förderliche
Arbeitsbedingungen und damit auch für ein entsprechend gewaltfreies Arbeitsklima
zu sorgen. Dazu gehört auch, daß Frauen nicht sexuell diskriminiert/belästigt werden.
Publikationen der genannten Art aber sind Ausdruck einer diskriminierenden
Ideologie, der offensichtlich etliche Heeresangehörige anhängen und die sie unter
allen anderen Angestellten/Beamtinnen des Verteidigungsministeriums verbreiten.
In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten an den
Bundesminister für Landesverteidigung nachstehende
Anfrage:
1. Ist Ihnen die genannte Publikation "Heer aktiv" bekannt? Kennen Sie die
genannten Abbildungen und Texte?
2. Teilen Sie die Einschätzung, daß es sich bei den genannten Präsentationen und
Kommentaren um sexistische Darstellungen und Äußerungen handelt?
3. Haben Sie zu der Grundhaltung von Heeresangehörigen, die sich in den
genannten Illustrationen und Kommentaren manifestiert, Stellung bezogen?
4. Verfügt die AFH über ein Büro in Räumen des Verteidigungsministeriums? (vgl.
Impressum von "Heer aktiv": So erreichen Sie uns: AG Stiftgasse A - 1070 Wien)
5. Werden Bürogeräte (PCs etc) und Büromaterialien des Verteidigungsmini -
steriums für die Redaktion und Publikation von "Heer aktiv" verwendet? Wird
darauf geachtet, daß die Redaktions - und Produktionsarbeit nicht während der
Dienstzeit geschieht?
6. Woher hat die AFH Zugang zu Namens - und Adresslisten, der es ihnen
ermöglicht, die Zeitschrift an alle Angestellten/Beamten persönlich zu versenden?
7. Welche Maßnahmen werden seitens des Verteidigungsministers ergriffen, um für
ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld für Heeresbedienstete, die zu einer
Minderheit gehören (3.000 Frauen: 25.000 Männer), zu sorgen?
Wien, am 9. Juni 1999