6434/J XX.GP
ANFRAGE
derAbgeordnetenn Gaugg Dr. Ofner
an den Bundesminister für Justiz
betreffend weitere unerklärliche Verzögerungen bei der Voruntersuchung zum Kara -
wanken - Autobahn - Skandal
Der Rechnungshofes legte schon vor einigen Jahren einen Wahrnehmungsbericht vor, in
dem bei der Planung und Errichtung der Karawankenautobahn Fehileistungen, insbe -
sondere gravierende Fehler in der Abrechnung, festgestellt wurden. Schließlich wurde
am 8. August 1995 beim Landesgericht Klagenfurt auch die gerichtliche Vorunter -
suchung gegen einige Verdächtige eingeleitet. Wie schon in zahlreichen Anfragen und
Anträgen festgestellt wurde, erweckt das Vorgehen der Justiz in einigen Punkten den
Verdacht, daß an einer Aufklärung der strafbaren Handlungen kein besonderes Interesse
besteht, obwohl immerhin ein Gesamtschaden von mehr als 50 Mio. entstanden sein
soll.
Der Bundesminister für Justiz versicherte immer wieder (auch in Anfragebeantwortun -
gen), daß das Verfahren ordnungsgemäß und in der gebotenen Schnelligkeit abge -
wickelt werde („Ich kann Ihnen aber versichern, daß der effiziente Ablauf der Vorunter -
suchung durch dienstaufsichtsbehördliche Maßnahmen nunmehr sichergestellt ist.“).
Die Anfragesteller wurden nun aber davon informiert, daß die letzten noch aus -
ständigen Sachverständigengutachten schon seit einigen Monaten vorliegen sollen, die
Voruntersuchung aber noch immer nicht abgeschlossen wurde; sie richten daher an den
Herrn Bundesminister für Justiz die nachstehende
Anfrage:
1. Welche Sachverständigengutachten wurden im Rahmen der Voruntersuchung zum
Karawanken - Autobahn - Skandal von der zuständigen Untersuchungsrichterin in Auf -
trag gegeben und wann sind sie jeweils eingelangt?
2. Aus welchen Gründen wurde die Voruntersuchung bisher immer noch nicht abge -
schlossen?
3. Wann ist mit einer Anklageerhebung oder Verfahrenseinstellung zu rechnen?