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der Abgeordneten Dr. Krüger, Mag. Trattner, Mag. Firlinger und Kollegen
an den Herrn Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr Dr. Caspar Einem
betreffend illegales Abhören von Telefonaten (Mobilfunk und Festnetz)
Am 15. Juni 1999 erschien in der Tageszeitung „Die Presse" folgender Artikel:
Datenschutz im Argen: Telekom - und sonstige Netz - der vielen unnötigen Daten.
Das war der Tenor der betreiber, Kundendaten her - Trotzdem lauem viele konkre -
zugeben. „Nicht erst auf rich - te Gefahren: „Wenn die Da -
Podiumsdiskussion „Was terliche Anordnung - das gan - tenherausgabe rückwirkend
sollen wir können dürfen?“ ze soll präventiv passieren!« Pflicht wird - vielleicht wären
USA und EU befänden sich dann einige nicht mit Qualifly -
WIEN (lui). Auch wenn man - mit dem naiven Argument, er geflogen.“ Tenggs Beispiel
che Beispiele humoristisch wa- daß der brave Bürger nichts zu ist noch krasser: Er berichtet
ren: Das Thema, nicht so sehr befürchten habe und man nur von einer Bekannten, die nach
den Datenschutz als vielmehr das organisierte Verbrechen einem Spitalsaufenthalt vom
den Datenmißbrauch, nahmen bekämpfe, „kerzengerade auf Bankbeamten gezielt nach ih -
die Diskutanten sehr ernst. Al- dem Weg in die Big-Brother- rem Gesundheitszustand ge -
len voran Hansjörg Tengg, ´s-watching - you Gesellschaft“. fragt worden sei.
ehemaliger Telephon-Mana- Auch Sozialforscher Bernd Bei Informationen über den
ger, weiß, wovon er spricht. Marin warnt vor Data-Tra- Gesundheitszustand sieht
„Auf eine legale Abhörung ding: „Wo es Daten gibt, da auch Marin Gefahr - diese
kommen 50 illegale“, erklärte wird mit Daten gehandelt.“ würden zum Beispiel Arbeitge -
Tengg bei der Abschlußdis- Keinesfalls sei „eh alles nur ber interessieren, und die Liste
kussion des Symposions „Is zum Wohl des Konsumenten“. jener Daten, mit denen gehan -
Big Brother watching you?“. Davor fürchtet sich Unter - delt wird, sei lang. Tengg be -
Von jedem mittleren Privatde - nehmensberater Walther Hos - ruhigte: Der Klubobmann
tektiv bekomme man um se am wenigsten - weil die mei- einer Partei habe ihm gesagt
30.000 Schilling Tonband - sten Firmen „noch viel zu pat- er müsse zwar für die Raster -
Mitschnitte aus dem Festnetz. schert agieren". Bei acht von fahndung sein - aber keine
Tengg ortet einen „starken zehn Kunden - Datenbanken Sorge, die funktioniere in
Druck“ von offizieller Seite auf komme ihm „das Grauen“ ob Österreich eh nicht...
Dazu stellen die unterfertigten Abgeordneten folgende
ANFRAGE:
1. Können Sie als ressortzuständiger Minister die von DI Tengg aufgestellten
Behauptungen bestätigen?
2. Ist Ihnen bekannt, daß illegale Abhörungen von Telefonaten (Mobilfunk und
Festnetz) durch
Privatpersonen und Detektive durchgeführt werden?
3. Entspricht es den Tatsachen, daß auf eine legale Abhöraktion rund 50 illegale
Abhörungen kommen?
4. Welche Maßnahmen haben Sie bis dato ergriffen, das illegale Abhören von
Telefonaten zu unterbinden?
5. Gibt es von Seiten Ihres Ministeriums Gesetzesvorschläge, um illegale
Abhörungen zu unterbinden?