6493/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

 

 

der Abgeordneten Mag. Gisela Wurm, Dr. Irmtraut Karlsson

und Genossen

an den Bundesminister für Justiz

betreffend vorurteilsbeladene Zitate einer Staatsanwältin

 

 

In Medien vom 4. Mai 1999 (siehe z.B. beiliegenden Artikel aus dem Standard) war zu lesen,

dass in einem öffentlichen Strafprozess eine Staatsanwältin gegenüber einem farbigen

österreichischen Staatsbürger Äußerungen getätigt habe, die - sofern die Zitate korrekt

wiedergegeben sind - als sehr vorurteilsbeladen zu bezeichnen sind.

 

Im betreffenden Standardartikel ist zu lesen: „Es war nur so eine Überlegung von mir“,

drückt die Anklägerin herum, „ob es nicht etwas mit der Mentalität dieser Leute zu tun hat“,

sagt sie, ,, ich meine, dieses ungeheure Aggressionspotential“ (nicht jenes der Polizisten).

„Ich habe ja sehr viel mit Suchtgift zu tun“, sagt sie,,, und da ist bei den Schwarzafrikanern

in drei Viertel der Fälle ein Widerstand dabei. „Sie glaubt „Der Angeklagte hat ein

Problem, in einem Land zu leben, wo primär Weißhäutige leben. „Sie meint:,, Er fühlt sich

immerzu rassistisch verfolgt.“

 

 

 

 

Die unterzeichneten Abgeordneten richten daher an den Bundesminister für Justiz

nachstehende

 

 

Anfrage:

 

 

1. Wie beurteilen Sie - die Richtigkeit des dargestellten Zitate vorausgesetzt - die

    vorliegenden Aussagen der Staatsanwältin?

 

2. Kommen nach Ihren Informationen vergleichbare oder ähnliche Äußerungen von

    Justizfunktionären öfters vor?

3. Gibt es von Seiten des Bundesministeriums für Justiz Bemühungen, die darauf

    ausgerichtet sind, vorurteilsbeladene Haltungen und Äußerungen von

    Justizfunktionären hintanzuhalten?

 

4. Wenn ja: Welche?

 

5. Beabsichtigt Ihr Ressort in Zukunft verstärkt Maßnahmen gegen allfällige

    Diskriminierungen (von Personengruppen nach Merkmalen des Geschlechtes, der

    Rasse, der ethnischen Zugehörigkeit, usw.) zu setzen?