6510/J XX.GP
der Abgeordneten Dr. Povysil, Dr. Pumberger, Bgdr Jung, Dr. Kurzmann
und Kollegen
an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales
betreffend Die Überwachung und Kontrolle übertragbarer Krankheiten
Der Ausbruch der Ebolaviruskrankheit vor einigen Jahren in Zaire und das Auftauchen
eines neuen Influenza - Virus bei Geflügel in Hongkong mit der Möglichkeit einer
weltweiten Verbreitung haben die Öffentlichkeit auf die Notwendigkeit einer
koordinierten Aktion in Österreich und innerhalb der EU gegen Infektionskrankheiten
aufmerksam gemacht.
Im Laufe der letzten zwanzig Jahre hat die Resistenz gegen Antibiotika zugenommen,
was besonders auf gewisse Tuberkulosebakterienstämme zutrifft. So wurde ein
Wiederauftauchen früherer Infektionskrankheiten sowie eine Zunahme von
Nosokominalinfektionen festgestellt, für die es keine Behandlung gibt. Dies hat eine
Verlängerung des Krankenhausaufenthaltes und eine Erhöhung der Sterblichkeit zur
Folge. Die von diesen Krankheiten verursachten Kosten werden in den USA auf über vier
Millionen Dollar geschätzt.
Ein effizientes Frühwarn - und Reaktionssystem erfordert, daß die notwendige
Information über alle Fälle von übertragbaren Krankheiten, die zu Epidemien führen
oder für das Ausbrechen von Epidemien verantwortlich sind, sofort zur Verfügung steht
und schnellstens an alle für die Durchführung geeigneter Maßen verantwortlichen
Entscheidungsträger weitergeleitet wird. Dies bedingt auch einen operierenden
Rahmenpersonalstamm für Gesundheit mit gemeinsamer Grundlagenkenntnis,
Sachkenntnis und einen epidemiologischen Ansatz als notwendige Hilfsmittel für
zweckmäßige Untersuchungen an Ort und Stelle und zur Identifizierung epidemischer
Fälle, insbesondere was die Prävention der Verbreitung ansteckender Krankheiten
anbelangt.
Im Artikel 152 des Vertrages von Amsterdam ist dies auch eine Aufgabe der EU -
Gemeinschaft, die dem Menschen ein hohes Maß an Gesundheitsschutz gewährleisten
soll.
Ein kürzlich publizierter Bericht der Weltgesundheitsbehörde warnt vor der
Unterschätzung dieser Krankheiten.
Aus diesen Gründen richten die unterfertigten Abgeordneten
an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales
nachstehende
ANFRAGE:
1. Welche Schritte hat ihr Ressort zur Überwachung und Kontrolle übertragbarer
Krankheiten unter Berücksichtigung der derzeitigen Migrationsströme aus der EU
und Drittländern eingeführt?
2. Welches Frühwarn - und Reaktionssystem besteht derzeit in Österreich? Wie ist bzw.
soll diese an das EU - Netzwerk angeschlossen werden? Welche Datenstämme sind
nach welchen
Kriterien enthalten?
3. Wie sieht konkret der Rahmen für die enge Zusammenarbeit und der effizienten
Koordination zwischen den einzelnen Bundesländern bis hin zu den EU - Ländern im
Bereich der übertragbaren Krankheiten aus?
4. Welche Maßnahmen haben und werden sie gegen die zunehmende Resistenz gegen
Antibiotika setzen um eine Explosion ansteckender Krankheiten zu verhindern?
5. Welche Ausbildung und Fortbildung in Grundlagenkenntnis, Sachkenntnis und in
Epidemiologie haben Sie für den Rahmenstammpersonal für Gesundheit eingeführt
bzw. vorgesehen, um Prävention und Verbreitung ansteckender Krankheiten in
Österreich, erst recht nach dem kürzlich publizierten Bericht der
Weltgesundheitsbehörde, unterbinden zu können?