6533/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

 

der Abgeordneten Heidrun Silhavy

und Genossen

an den Bundesminister für Land - und Forstwirtschaft

betreffend Vorwurf der Gefährdung von Arbeitsplätzen durch unkoordiniertes bzw. unprofes -

sionelles Vorgehen im Rahmen der Tätigkeit des Bundesministeriums für Land - und Forst -

wirtschaft zur Klärung des Dioxin - Skandals

 

 

 

Im Rahmen des Tätigwerdens des für Futtermittelkontrolle zuständigen Bundesministeriums

für Land - und Forstwirtschaft zur Aufklärung des Dioxin - Skandals traten z.T. schwere Auf -

fassungsunterschiede in der Einschätzung der Gefährlichkeit der Kontaminierung, der Fest -

legung von Grenzwerten, vor allem aber bei Sperren und Beschlagnahmen von Produkten

österreichischer Firmen zwischen dem Bundesministerium für Land - und Forstwirtschaft

einerseits und Firmenvertretern und Belegschaftsvertretung andererseits auf.

 

Der Hauptvorwurf geht dahin, daß durch Unfähigkeit der Akteure des Bundesministeriums

für Land - und Forstwirtschaft bei der Firma Agra Tagger 135 Arbeitsplätze gefährdet sind.

Insbesonders die Vorgangsweise der Sperre, Aufhebung der Sperre und des ORF - Auftritts des

Bundesministers am 15. 6. 1999 wird kritisiert.

 

In diesem Zusammenhang wird dem Bundesminister auch die Nichteinhaltung von in Aus -

sicht gestellten finanziellen Unterstützungen seitens der Fa. Agra Tagger vorgeworfen, sowie

eine Ungleichbehandlung im Vergleich zu anderen Firmen, die sich im Besitz des Raiffeisen -

konzerns befinden.

 

Daher ergeben sich auch offene Fragen hinsichtlich des vom Agrarlandesrat Pöltl der Presse

gegenüber verlauteten Rechtshilfeersuchen des Landwirtschaftsministeriums an nicht näher

bezeichnete Stellen bzw. Personen in der Steiermark.

Die unterzeichneten Abgeordneten stellen daher an den Bundesminister für Land - und Forst -

wirtschaft folgende

 

ANFRAGE

 

1. Wie oft wurden die involvierten Betriebe in den letzten drei Jahren kontrolliert?

 

2. Wie hoch waren die Beanstandungen im Rahmen dieser Kontrollen?

 

3. In welcher Häufigkeit wurden in der Vergangenheit (vor der sogenannten Dioxin -

    Affäre) Futtermittel auf ihren Dioxingehalt überprüft?

 

4. Seit wann gibt es die Festlegung auf einen Dioxin - Grenzwert in Futtermitteln?

 

5. Wie bzw. durch welche Methode kam es zur Festlegung dieses Grenzwertes?

 

6. Wurden außer der in der Einleitung genannten Firma auch in anderen Hersteller -

    betrieben Kontrollen vorgenommen? Wenn ja, mit welchen Ergebnissen?

 

7. Wie entkräften Sie den Vorwurf der Ungleichbehandlung von Firmen?

 

8. Können österreichische Produzenten davon ausgehen, daß bei der Erzeugung gemäß

    dem Futtermittelgesetz Rechtssicherheit hinsichtlich der Qualität ihrer Produkte gege -

    ben ist, wenn nein, durch welche Maßnahmen werden Sie für eine entsprechende

    Rechtssicherheit Vorsorge tragen?

 

9. Wenn die Futtermittelproduktion der Firma Agra Tagger entsprechend der zum Pro -

    duktionszeitpunkt gültigen Auflagen erfolgte, werden Sie Maßnahmen zur Sicherung

    der Arbeitsplätze setzen, wenn ja, welche?