6540/J XX.GP
der Abgeordneten Haidlmayr, Freundinnen und Freunde
an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit & Soziales
betreffend Chemotherapie beim niedergelassenen Arzt
Bis zu 90 % der Chemotherapien könnten statt im Krankenhaus beim
niedergelassenen Arzt durchgeführt werden. So zeigen es die Beispiele
Deutschland und die Schweiz, wo onkologische Praxen längst üblich sind.
In Österreich gibt es nur einige wenige, und diese haben keinen Kassen - Vertrag.
Diese Situation ist für PatientInnen, die ohnehin durch die Krankheit stark
belastet sind, unzumutbar. Onkologische Praxen könnten den PatientInnen das
Leben erleichtern. Sie hätten meist kürzere Anfahrtswege und könnten eine
notwendige Chemotherapie auch zu Hause, mit persönlicher Betreuung durch
Onkologe und Hausarzt, durchführen.
Daß es im niedergelassenen Bereich keine Krebs - Spezialisten mit Kassenvertrag
gibt, ist ein Österreich - Spezifikum. Es ist dies auch ein Problem für die
Hausärzte, die keine Spezialisten vor Ort haben, mit denen sie
zusammenarbeiten können. Gerade auf dem Gebiet der Onkologie, wo der
Patient/die Patientin besonders intensive Betreuung bräuchten, glaubt man, auf
Fachärzte verzichten zu können.
Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende
ANFRAGE:
1) Wieviele FachärztInnen für Onkologie bzw. InternistInnen mit
onkologischer Zusatzausbildung im niedergelassenen Bereich gibt es in
Österreich?
2) Wieviele davon haben einen Kassenvertrag?
3) Wieviele FachärztInnen für Onkologie bzw. InternistInnen mit
onkologischer Zusatzausbildung gibt es in den Spitälern?
4) Wieviele
davon in peripheren Spitälern und in Landspitälern?
5) Planen Sie, FachärztInnen für Onkologie bzw. InternistInnen mit
onkologischer Zusatzausbildung mit Kassenverträgen für den
niedergelassenen Bereich auszustatten?
Wenn ja, wieviele und in welchen Regionen?
Wenn nein, warum nicht?
6) Glauben Sie, daß sich die Situation krebskranker PatientInnen durch die
Möglichkeit, Chemotherapie zu Hause durchführen zu können, verbessern
würde?
7) Werden Sie sich dafür einsetzen, daß Gruppenpraxen eingerichtet werden
können, bei denen auch ein Onkologischer Facharzt/eine onkologische
Fachärztin beteiligt ist?
Wenn ja, bis wann wird es diese Gruppenpraxen geben?
Wenn nein, warum nicht?
8) Werden Sie eine Verbesserung der Versorgung der PatientInnen mit
FachärztInnen für Onkologie herbeiführen?
Wenn ja, durch welche Maßnahmen?
Wenn nein, warum nicht?