6542/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

der Abgeordneten Petrovic, Haidlmayr, Freundinnen und Freunde

 

an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit & Soziales

 

betreffend Todesfälle in Zusammenhang mit dem Antibiotikum „Trovan

(Trovafloxacin)" und der Potenzpille „Viagra“.

 

Nachdem es in den USA bei 152 PatientInnen nach der Einnahme des

Antibiotikums Trovan zu schweren Leberschäden kam, und 9 davon starben,

wurde das Medikament in Österreich, wo es seit Herbst am Markt war, per Erlaß

verboten. Auch in Österreich wurde ein Todesfall, der mit der Einnahme von

Trovan in Verbindung stehen könnte, gemeldet.

Hersteller dieses Medikaments ist übrigens die Firma Pfizer, die auch die

Potenzpille Viagra im Angebot hat.

Viagra ist seit September vergangenen Jahres auf dem österreichischen Markt

erhältlich. Wie erst jetzt in der Öffentlichkeit bekannt wurde, sind in Österreich

bereits drei Männer nach der Einnahme von Viagra verstorben. Einer davon

bereits im Jänner.

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende

 

ANFRAGE:

 

1) Wieviele PatientInnen wurden seit der Markteinführung im Herbst 1998 in

    Österreich mit dem Antibiotikum „Trovan“ behandelt?

 

2) Bei wievielen davon kam es zu schweren Nebenwirkungen?

 

3) Gab es Todesfälle, die mit der Einnahme des Antibiotikums „Trovan" in

    Verbindung stehen?

 

4) Ist der Erlaß betreffend des vorläufigen Verbots der Anwendung von

    "Trovan" noch in Kraft?

    Wenn ja, wie lange noch?

    Wenn nein, warum nicht?

 

5) Gibt es schon ein Ergebnis der Überprüfung der Krankheits - und Todesfälle

    durch die europäische Arzneimittelbehörde?

6) Was würde die Aberkennung der zentralen EU - Zulassung von „Trovan" für

     Österreich bedeuten?

 

7) Wieviele Verschreibungen von "Viagra" gab es in Österreich seit der

     Markteinführung?

 

8) Warum wurde die Öffentlichkeit erst jetzt, im Juni, von den Todesfällen in

     Zusammenhang mit der Potenzpille "Viagra" informiert?

 

9) Wann und in welcher Form erfolgte eine Information der Ärzteschaft über

    die Todesfälle?

 

10) Kamen alle drei betroffenen Patienten "Viagra" von Ärzten verschrieben?

 

11) Den Meldungen zufolge, waren alle drei Männer Risikopatienten für die

      Einnahme von "Viagra". Wie konnte es passieren, daß sie das Potenzmittel

      trotzdem verschrieben bekamen?

 

12) In welcher Form wurden Österreichs Ärzte und Ärztinnen über die

      Gefahren und Nebenwirkungen von "Viagra" informiert?

 

13) Welche und wieviele Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der

      Einnahme von "Viagra" wurden seit der Zulassung im September vorigen

      Jahres gemeldet?

 

14) Was planen Sie zur Verhinderung weiterer Todesfälle in Zusammenhang

      mit "Viagra" zu unternehmen?

 

15) Werden Sie auch "Viagra" vom Markt nehmen?

 

16) Auch „Viagra“ wurde im Tierversuch getestet. Eine Studie der

      amerikanischen "Food & Drug Administration" (FDA) ergab, daß 51 Prozent

      der nach Tierversuchen zugelassenen Substanzen schwere Nebenwirkungen

      bei Menschen verursacht haben, die im Tierversuch nicht erkannt wurden.

     Werden Sie die Versuchspraxis in Österreich ändern?