6550/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

 

der Abgeordneten Mag. Haupt, Dr. Pumberger und Kollegen

an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales

betreffend Kieferorthopädie

 

 

Die Förderung und Anpassung der medizinischen Versorgung an international übliche

Standards und neue medizinische Erkenntnisse ist oberstes Gebot für die zuständigen

Behörden eines Landes.

 

Die Berufskultur und Weiterbildung am Gebiet der kieferorthopädischen Zahntechnik

hat in den letzten zehn Jahren einen massiven Wandel erfahren, so daß das Gebiet der

kieferorthopädischen Zahntechnik, wegen seines enormen Wissenszuwachses, auf

internationaler Ebene bereits als eigenständiges Spezialgebiet angesehen wird.

 

Die derzeitige Situation - geprägt durch eine nicht vorhandene Information der

Patienten - führt dazu, daß in den meisten Fällen ausschließliche Mundpropaganda

zwischen Eltern betroffener Kinder darüber entscheidet, welcher Arzt zur Regulierung

einer bestehenden Zahnfehlstellung konsultiert wird.

 

International bereits bestehende Ausbildungsreformen sind an Österreich

offensichtlich vorübergegangen. Bis heute gibt es in Österreich keine einheitlichen

Ausbildungsrichtlinien für kieferorthopädisch tätige Zahnärzte. Das umschließt sowohl

die Grundausbildung als auch den Zwang zur laufenden Fortbildung und Anpassung

an neue Standards - sowie Anerkennungsverfahren für den Facharzt für

Kieferorthopädie und genaue Übergangsbestimmungen über Prüfungen zur

Gleichstellung neu ausgebildeter und bereits tätiger Kieferorthopäden.

 

In diesem Zusammenhang richten die unterfertigten Abgeordneten an die Frau

Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales die nachstehende

 

 

ANFRAGE

 

1. Sind von Seiten Ihres Ressorts einheitliche Ausbildungsrichtlinien für

    kieferorthopädisch tätige Zahnärzte vorgesehen? Wenn ja, welche? Wenn nein,

    warum nicht?

 

2. Halten Sie eine umfassende kieferorthopädische Grundausbildung österreichischer

    Zahnärzte für notwendig? Wenn nein, warum nicht?

3. Halten Sie die Verpflichtung zur laufenden Fortbildung und Anpassung an neue

    Standards für kieferorthopädisch tätige Zahnärzte und Zahntechniker für

    notwendig? Wenn nein, warum nicht?

 

4. Sind Maßnahmen bezüglich eines Anerkennungsverfahrens zum Facharzt für

    Kieferorthopädie vorgesehen? Wenn nein, warum nicht?

 

5. Sind Maßnahmen geplant, Kieferorthopädie als ,,Postgraduate - Ausbildung"

    anzubieten? Wenn nein, warum nicht?

 

6. Planen Sie die Informations - und Entscheidungsfindung bezüglich dieses Themas

    unter Einbeziehung von Experten durchzuführen? Wenn ja, welche Experten

    werden Sie laden? Wenn nein, warum nicht?