6565/J XX.GP
der Abgeordneten DDr. Niederwieser,
und Genossen
an den Bundesminister für Land - und Forstwirtschaft
betreffend Alternativen und Ergänzungen zur Lawinenverbauung für effizienten Einsatz der
Mittel
Nach dem tragischen Lawinenunglück von Galtür und den vielen glücklicherweise ohne
schlimmere Folgen abgegangenen Lawinen dieses schneereichen Winters hat die Bundesregie -
rung erhebliche zusätzliche Mittel für die Lawinenverbauung zur Verfügung gestellt.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Lawinenkunde zählt es schon seit vielen Jahren zu den
Standardaufgaben der Wildbach - und Lawinenverbauung, permanente Lawinenschutzbauten
zu errichten. Es handelt sich vor allem um Anbruchverbauungen aus Stahl - und Holzschnee -
brücken sowie um Lawinenablenk - und Lawinenauffangdämme.
Neben diesen sehr aufwendigen und relativ sicheren Verbauungen (das Restrisiko soll um die
10 Prozent betragen) aus Bundesmitteln kommen zunehmend temporäre Maßnahmen wie
Sprengseilbahnen, Gasexplosionsrohre oder andere Mittel der Auslösung von Schneeabgängen
zum Einsatz. Diese werden meist von den Liftgesellschaften und/oder Tourismusverbänden
finanziert.
In diesen unterschiedlichen Finanzierungsquellen liegt auch eine von mehreren Ursachen
dafür, daß feste und temporäre Maßnahmen nicht in jenem Ausmaß in koordinierter Form
geplant und ausgeführt werden, wie dies im Sinne eines effizienten Mitteleinsatzes notwendig
wäre. Wie Dipl. Ing. Klenkhart in der Zeitschrift ,,konstruktiv" April/Mai 99 S.38 f ausführt,
geht es künftig um „optimierte Verbauungsprojekte, bei denen die verschiedenen Lawinen -
schutzvarianten - gleich ob temporär oder permanent - in Variantenanalysen diskutiert werden
und letztendlich nebeneinander, je nach ihren situationsbedingten Vorteilen, in ein und
demselben Projekt zum Einsatz kommen.“
Die unterzeichneten Abgeordneten halten es für sehr wichtig, daß dieser Vorschlag bereits bei
den zusätzlich in Tirol zum Einsatz kommenden Mitteln angewendet wird, weil dadurch auch
zusätzliche Gelder aus dem Tourismusbereich verhandelt und eingesetzt werden können und
damit die Sicherheit sehr rasch verbessert
werden kann.
Die unterzeichneten Abgeordneten richten daher an den Bundesminister für Land - und Forst -
wirtschaft die folgende
Anfrage:
1. Wieviel zusätzliche Mittel für die Lawinenverbauung kommen 1999 in Tirol zum Einsatz?
2. Welche Projekte werden damit rascher als geplant verwirklicht?
3. Werden die Mittel für die Lawinenverbauung nach wie vor ausschließlich für die oben
geschilderten permanenten Verbauungsmaßnahmen oder auch für Sprengseilbahnen etc.
verwendet?
4. Wie beurteilen Sie die Überlegungen des Herrn Dipl. Ing. Klenkhart?
5. Werden Sie Ihre zuständigen Dienststellen anweisen, künftig integrierte Projekte zu entwik -
keln und Verhandlungen über eine gemeinsame Finanzierung durch Bund (Land/Gemeinden)
und Seilbahnen zu führen?
6. Wenn nein, aus welchem Grund ?
Anlage "Lawinenschutz - Mehr Sicherheit in den Alpen" konnte nicht gescannt werden !!!