6633/J XX.GP

 

A N F R AG E

 

der Abgeordneten Dr. Povysil, Dr. Pumberger, Mag. Haupt, Dr. Salzl, Dr. Kurzmann

und Kollegen

an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales

betreffend: Tuberkulose vom Osten auf dem Vormarsch

 

In Rußland ist die Lungenkrankheit Tuberkulose (TB) nach offiziellen Angaben wieder auf dem

Vormarsch. Amtlichen Statistiken zufolge stieg die Zahl der Erkrankungen 1998 um drei Prozent

gegenüber dem Vorjahr.

Im Durchschnitt sind in Rußland zwei - bis viermal so viele Menschen mit dem Tuberkulose Erreger

infiziert wie in Mitteleuropa. Die kürzlich veröffentlichte Statistik verzeichnet für 1998 fast 25.000

Tuberkulose - Tote. Rußland hat 147 Millionen Einwohner. Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) äußerte

angesichts dieser Zahlen die starke Befürchtung, daß die Krankheit TB, auf klassische Antibiotika

bereits resistent, von Rußland aus in andere Länder getragen werden könnte. Der WHO wurden z.B.

1996 3,8 Millionen neue Fälle von TB gemeldet. Die Dunkelziffer wird allerdings von der WHO auf acht

Millionen Fälle weltweit geschätzt.

 

Wir haben bereits in Bezug auf Infektionskrankheiten welche durch die verstärkte Mobilität der

Menschen, etwa im Luftverkehr, schnell verbreitet werden, angeschnitten. In der Beantwortung wurde

jedoch nicht einmal der neuesten Berichte der WHO Rechnung getragen.

 

Die WHO tritt für eine verstärkte TB Kontrolle ein und empfiehlt die Strategie Directly Observed

Treatment, Short - Course (DOTS). Mehrere übertragbare Krankheiten wie auf Staphylokokken

basierende Lebensmittelvergiftungen, Masern und TB und andere sind im starken Vormarsch.

 

Durch die vermehrte Öffnung des Ostens und durch den Osttourismus ist jedoch die Gefahr nicht zu

unterschätzen. LR Ackerl (SPÖ) hat in Oberösterreich TB Untersuchungen per Verordnung für

Zuwanderer und Gastarbeiter und deren Angehörige aus dem Osten wieder eingeführt.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterfertigten Abgeordneten

an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales

nachstehende

 

ANFRAGE

 

1. Welche konkreten Maßnahmen trifft die EU hinsichtlich zunehmender TB Gefahr?

 

2. Können Sie Zahlenmaterial beibringen, welche die Gefahr der sich ausbreitenden TB dokumentiert?

    Wenn nein, warum nicht?

 

3. Welche Möglichkeiten einer Eindämmung eines „Übergriffes“ der TB auf Österreich sieht Ihr

    Ressort?

 

4. Welche konkreten Maßnahmen gedenken Sie ressortübergreifend in Bezug auf Kontrollen an den

    Ostgrenzen sowie Kontrollen bei Zuwanderern und deren Angehörigen auf TB durchzuführen?

 

5. Welche ressortübergreifende Maßnahmen gedenken Sie in Bezug auf TB in Strafanstalten zu

    ergreifen?

 

6. Welchen Beitrag leistet Österreich zu dem WHO TB DOTS - Programm?