6638/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

 

der Abgeordneten Gabriela Moser, Freundinnen und Freunde

 

an den Bundesminister für Umwelt, Jugend und Familie

 

betreffend Alpenkonvention

 

 

Die Geschichte der Alpenkonvention ist mittlerweile schon mehr als 10 Jahre alt und hat in

einigen Teilen interessante Entwicklungen und Projekte im Bereich des Alpenschutzes

initiiert. Österreich hat dabei in der Anfangsphase eine durchaus produktive Rolle gespielt,

etwa beim Vorsitz bei den Verhandlungen zur Rahmenkonvention oder als erster

ratifizierender Staat.

 

Seit dem Vorliegen eines Entwurfs für ein Verkehrsprotokoll, das für Österreich aus Gründen

des Schutzes der Bewohner der Alpentäler vor Lärm und Abgasen indiskutabel war, gab es ein

österreichisches Junktim. Dies betraf die Unterzeichnung weiterer Protokolle der

Alpenkonvention und die Entwicklung eines auch für Österreich akzeptablen

Verkehrsprotokolls, das den Bau neuer hochrangiger alpenquerender Straßentransitrouten

verhindern sollte, die den Straßenverkehr merklich erhöhen würden. Dieses Junktim ist

einerseits durch ein Fehlen einer offensiven österreichischen Politik auf dem internationalen

Parkett obsolet geworden, andererseits durch die Unterzeichnung der angenommenen

Protokolle durch nahezu alle Signatarstaaten.

 

Nach der Vorlage neuer, auch alpenquerender, Straßenprojekte (z.B. Letzetunnel, S 18,

Ausbau der Fernpaß - Reschen - Route, Alemagna, Ennstalroute, etc.) im Rahmen der

sogenannten GSD - Studie durch Wirtschaftsminister Farnleitner ist die Verhandlungsposition

der österreichischen Delegation bei der Neuverhandlung des Verkehrsprotokolls bei den

Sitzungen der Arbeitsgruppen unter Liechtensteinischem Vorsitz entscheidend geschwächt

worden. Die Delegation hat auch dem Vernehmen nach von den jahrelang geäußerten

Forderungen im Bereich des Verkehrswesens Abstand genommen.

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende

 

 

ANFRAGE:

 

 

1.  Wann wird Österreich die angenommenen Protokolle der Alpenkonvention

     unterzeichnen?

 

2.  Welche Haltung wird von der österreichischen Delegation bei den nächsten

     Verhandlungsrunden zum Verkehrsprotokoll eingenommen werden?

3.  Ist es richtig, daß nach dem derzeitigen Vorschlag alle in amtlichen Dokumenten

     verankerten Projekte (also auch die der GSD - Studie) aus dem Verkehrsprotokoll

     ausgeklammert werden sollen?

 

4.  Was haben Sie bisher in Sachen Junktim Verkehrsprotokoll - Unterzeichnung der anderen

     Protokolle unternommen?

 

5.  Welche Haltung zum obengenannten Junktim vertreten Sie derzeit?

 

6.  Welches Ziel verfolgen Sie mit dem obengenannten Junktim?