6642/J XX.GP

 

ANFRAGE

 

 

der Abgeordneten Van der Bellen, Wabl, Freundinnen und Freunde

 

an den Bundesminister für Landesverteidigung

 

betreffend Panzerbeschaffung durch den Bundesminister für Landesverteidigung

 

Im Jahr 1996 hat der Landesverteidigungsrat gegen die Stimme des Grünen Vertreters ein

umfassendes Panzereschaffungsprogramm empfohlen. Damit wurde die Aufrüstung des

österreichischen Bundesheeres mit 114 gebrauchten Leopard - Kampfpanzern bei der

niederländischen Regierung, von 91 gebrauchten Jaguar - Jagdpanzern bei der deutschen

Regierung (in Verbindung mit der Beschaffung von Panzerabwehrlenkwaffen HOT II und

HOT III), von 112 neuwertigen ASCOD/ULAN - Schützenpanzern bei der Steyr -

Spezialfahrzeuge AG (SSF) und von 200 neuwertigen Pandur - Radpanzern bei SSF

grundsätzlich gebilligt. Das Bundesministerium für Landesverteidigung hat inzwischen die

ersten drei Beschaffungsprojekte realisiert und ist entsprechende Kaufverträge eingegangen,

die Beschaffung der Radpanzer ist in Vorbereitung.

 

Die politische Anbahnung des Panzerpaketes hat Verteidigungsminister Fasslabend mit der

Ankündigung betrieben, daß es sich „beim Mech - Paket“ um ein "hervorragendes Angebot“

zum Gesamtpreis von 6 Mrd. Schilling handle (APA 570/26.11.1996). Nach Abschluß der

Kaufverträge für Kampf - und Jagdpanzer hat sich die Kostenschätzung für das sogenannte

Panzer - Paket des Verteidigungsministers auf 10,8 Mrd. Schilling (3480/AB v. 13.03.1998, auf

eine Anfrage des Abg. Wabl vom 13.01.1998) erhöht. Inzwischen wurde mit Steyr der Kauf

über 112 Schützenpanzer abgeschlossen und die Verhandlungen bezüglich Radpanzer sind

angeblich in vollem Gang. Eine weitere Kostenexplosion und eine damit verbundene erhöhte

Budgetbelastung stehen im Raum.

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende

 

 

ANFRAGE:

 

 

1.   Welche Gesamtkosten hat das sogenannte Panzer - Mech - Paket bis Ende 1998

      verursacht?

 

2.   Wie hoch sind die Mittel, die durch die aufgeführten Panzerbeschaffungen seit Anfang

      1999 und in den nächsten Jahren gebunden sind, und auf welchen Zeitraum erstrecken

      sich die eingegangenen Verpflichtungen?

3.   Wie hoch war der Preis für die Beschaffung von 68 Radpanzern Pandur?

      a)   Kaufpreis für 68 Stück Radpanzer Pandur?

      b)   Systempreis für Munition, Ausstattung und Ersatzteillager?

      c)   Finanzierungskosten?

      d)   Gesamtkosten, die sich daraus ergeben haben?

 

4.   Aus welchen Posten des Verteidigungsbudgets wurden die angeführten Beschaffungen

      finanziert?

 

5.   Welche Formen der außerbudgetären Bedeckung von Beschaffungskosten hat es für die

      Panzeraufrüstung gegeben?

 

6.   Wurde vor Beschluß des sogenannten Mech - Paketes eine Bedarfserhebung vom BmLV

      gelegt? Wenn ja, wie wurde darin der Mehrbedarf von mehr als 500 Panzern bzw.

      Panzerfahrzeugen begründet?

 

7.   Ist Ihnen bekannt, wieviele Panzer und Panzerfahrzeuge durch die seit 1996

      durchgeführte Panzeraufrüstung außer Dienst gestellt wurden?

      a)   Wieviele davon wurden seit Anfang 1996 entsprechend haushaltsrechtlicher

            Bestimmungen als Gebrauchtwaffen am Weltmarkt abgesetzt?

      b)   Welche Einnahmen konnten dadurch lukriert werden?

      c)   Wieviele müssen noch verkauft werden, und welche Einnahmen können daraus

            erwartet werden?