6687/J XX.GP
der Abgeordneten Dr. Povysil, KO Scheibner, Dr. Pumberger, Mag. Haupt, Haller
und Kollegen
an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales
betreffend: Der Lebensretter übers Telefon: Notrufabfrage und Dispositionssystem für
Rettungsleitstellen
Ein Kind am Lande verschluckt einen Gegenstand. Es wird die Rettung angerufen. Der Notarzt ist
unterwegs. Die Zeit zwischen Anruf und Einlangen der Hilfskräfte ist oft über Leben und Tod
entscheidend. Die Chancen für das Leben sind jedoch mit einer Methode, welche in den USA
entwickelt wurde, auch bereits in Österreich und zwar in Kufstein mit großem Erfolg verbessert
worden: Die Notrufabfrage und Dispositionssystem für Rettungsleitstellen (AMPDS - Advanced Medical
Priority Dispatch System)
Durch dieses in Österreich bislang einzigartige System konnten im Bezirk Kufstein rund 40
Menschenleben gerettet werden. Die Anschaffung eines solchen Systems kostet nur 7.800,- S, die
Ausbildung eines Disponenten beläuft sich auf rund 4.600,- S
Nach einem seit über 19 Jahren in den USA erprobten Katalog werden den Benützern des Notrufes
Anleitungen gegeben, welche lebensrettende Maßnahmen sie wie zu machen haben. Gerade die ersten
Minuten - bevor ein Notarzt vor Ort sein kann - entscheiden über Leben und Tod. Anleitungen gibt es
für Herz - Kreislauf - Stillstand, Erstickungsanfälle und Frühgeburten.
Nach acht Einstiegsfragen (zwecks Alarmierung Notarzthubschrauber, Notfalleinsatzwagen (NEF) oder
Rettungsfahrzeug) kommen die Schlüsselfragen. Bei Vitalbedrohung wird das Verfahren abgekürzt.
Obwohl nur in ca. zwei Prozent aller Notrufe telefonisch geholfen werden muß, verbessert dieses
System im "Fall des Falles" die Chancen für das Leben.
In diesem Zusammenhang stellen die unterfertigten Abgeordneten
an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales
nachstehende
1. Ist Ihnen die Problematik, welche bei derartigen Notrufen auftreten kann bekannt?
2. Welche Maßnahmen werden Sie in Bezug auf das AMPDS System treffen?
3. Werden Sie sich dafür einsetzen, daß für die "entlegenen" Bezirke diese AMPDS Systeme für
die Rotkreuzleitstellen angeschafft werden? Wenn nein, warum nicht?
4. Gedenkt Ihr Ressort oder die Bundesregierung ressortübergreifend ein solches AMPDS System
auch in der Katastropheneinsatzzentrale beim BKA anzuschaffen?
5. Welche
Alternativen sehen Sie zu dem AMPDS System?
6. Werden Sie eine ressortübergreifende Bedarfsprüfung
einleiten welche sämtliche sinnvolle Nutzer
(z.B. Bundesheer, Polizei, Gendarmerie, Erste - Hilfe - Organisationen) berücksichtigt? Wenn nein,
warum nicht?
7. Welche Bestrebungen bestehen auf EU - Ebene zu einem System wie das AMPDS?