6694/J XX.GP
der Abgeordneten Wurm, Niederwieser, Reheis und Tegischer
an den Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr
betreffend Erhöhung des Frauenanteils in der Wissenschaft
Die Psychologie war und ist an der Naturwissenschaft in Innsbruck ein nicht besonders
beliebtes Kind. Die meisten Professoren der naturwissenschaftlichen Fakultät waren und sind
der Auffassung, daß die Psychologie und hier vor allem die Sozialpsychologie keine exakte
Naturwissenschaft ist. (An anderen Universitäten ist die Psychologie auch anderen Fakultäten
zugeordnet.)
Über Jahre wurde bei Stellenbesetzungen das psychologische Institut von der Fakultät
übergangen. Das Institut war zu schwach um sich zu behaupten. Tat sich dann einmal die
Möglichkeit für zusätzliche Stellen auf, so wurde von der ganzen Universität bis zum
Bundespräsidenten hinauf erfolgreich dagegen interveniert. Daß dabei die Qualität der
Ausbildung, aber sicher auch die Qualität der Forschung leidet, ist klar.
Die Unterzeichnenden stellen in diesem Zusammenhang folgende
1. Teilen sie die Auffassung, daß eine PsychologiestudentIn mit ca. 30.000 - 40.000,-
Schilling im Jahr maximal die halben Kosten eines MIS - Gymnasiasten von ca. 65.000,- öS
und nur ein Drittel der Kosten von 95.000,- öS einer HTL - Absolventin verursacht? (Siehe
Beilagen Standardartikel vom März und eigene Berechnung nach Rücksprache mit dem
Institut für Psychologie)?
2. Falls die Berechnungen zutreffen, kann hier noch von Qualitätsicherung gesprochen
werden, wenn eine Ausbildung im Tertiären Bereich weit billiger ist als eine im
sekundären Bereich?
3. Wieviel kostet Ihrer Meinung nach ein/e Innsbrucker PsychologiestudentIn, die das
Studium auch abschließt, im Jahr (ohne Forschungskosten)?
4. Da ab Herbst die Universität Innsbruck nach dem UOG 93 organisiert ist, und Sie somit
keinen direkten Einfluß auf die Personalentscheidungen mehr haben, können Sie noch
etwas gegen diese Misere unternehmen, wenn ja, was?
Anlage konnte nicht gescannt werden !!!