6701/J XX.GP

 

Anfrage

 

der Abgeordneten Dr. Graf und Kameraden

an den Bundesminister für Justiz

betreffend universitäre Forschungstätigkeit am AKH Wien

 

„Professoren, welche die Arbeit Ihrer Mitarbeiter als die eigene verkaufen und dafür

die Lorbeeren ernten, Ehrgeiz und Ideendiebstahl, Konkurrenzkampf zweier

Professoren auf Kosten der Studierenden“, sind traurige Berichte vieler in

universitären Einrichtungen tätigen Angestellten und Wissenschaftern sowie

zahlreicher Studierender.

So sollen zum Beispiel einige Professoren am AKH Wien eine unglaubliche Macht

ausüben, was zu einer Zweiklassengesellschaft unter den Angestellten geführt

haben soll: Einerseits soll es einen kleinen auserwählten Personenkreis geben der

sich einen guten Namen macht und im Ruhm badet (Zugehörigkeit durch Geburt,

Heirat, Geld, Protektion), andererseits sollen unterdrückte und interessierte

Wissenschafter um Anerkennung kämpfen, ihre wissenschaftliche Kreativität und

Leistungswilligkeit soll jedoch durch Intrigen und Protektion unterdrückt werden.

 

So behauptet Dr. Alfred Schöller am AKH der erste Wissenschafter in Österreich

gewesen zu sein, der gegen den ursprünglichen Willen seiner Vorgesetzten die

molekularbiologische Dioxinforschung etabliert habe.

Erwähnter Forscher arbeitete an einem Projekt, das zwar für drei Jahre bewilligt

wurde, sein Dienstvertrag lief aber nach zwei Jahren ab. Während dieser Zeit kam es

zu Konflikten unter den am Projekt beteiligten Wissenschaftlern die ihren Höhepunkt

in einer Entlassungsdrohung wegen öffentlichen Beleidigung hatten.

Ein Projektbericht, der von dem Wissenschafter verfaßt wurde und er auch die

dazugehörigen Experimente besaß, wurde angeblich ohne das Wissen des

Verfassers von seinen Vorgesetzten eingereicht. Wenig später wurde der

Wissenschafter gekündigt. Es wurde ihm verboten seine Experimente oder

Gegenstände die er für seine Forschung aus eigenen Mitteln erworben hat,

mitzunehmen. Seine privaten Sachen wurden konfisziert, durchsucht und laut seiner

Aussagen sogar Gegenstände entwendet. Ein weiteres Projektjahr wurde genehmigt

und mit seinen Gegenstände weitergeführt. Eine Strafanzeige des Wissenschafters

(22 St 61543/99) wurde angeblich ohne Untersuchung zurückgelegt.

An einem Institut im AKH wird nun mit seinen Projektgeldern in Millionenhöhe an

seinen Ideen gearbeitet.

 

Die unterzeichneten Abgeordneten stellen an den Bundesminister für Justiz folgende

schriftliche

Anfrage

 

1) Ist Ihnen oben angeführter Fall bekannt?

    Wenn ja, was waren Ihre Beweggründe kein Strafverfahren zu veranlassen?

2) Wurden Untersuchungen eingeleitet?

    Wenn ja, welche?

    Wenn nein, warum nicht?

3) Wurden weitere Schritte veranlaßt?

    Wenn ja, welche?

    Wenn nein, warum nicht?

4) Sind Ihnen ähnliche Fälle bekannt?

    Wenn ja, welche?