3483/J XXIII. GP

Eingelangt am 31.01.2008
Dieser Text ist elektronisch textinterpretiert. Abweichungen vom Original sind möglich.

Anfrage

der Abgeordneten Mag. Rosa Lohfeyer

und GenossInnen

an die Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend

betreffend „Elternbriefe" nur in der Sprache „Deutsch" erhältlich

„Elternbriefe" sind Broschüren, welche beim Bundesministerium für Gesundheit, Familie und
Jugend kostenlos angefordert werden können und einen Informationsüberblick für Eltern
darstellen. Elternbriefe sind je nach Alter der Kinder in folgende Informationsleitlinien
eingeteilt:

         Gut durch die ersten 8 Wochen

         Das 1. Lebensjahr

         Vom 1. bis zum 3. Geburtstag

         Vom 3. bis zum 6. Jahr

         Vom 6. bis zum 10. Jahr

         Für Eltern von Teenagern

Zusätzlich zu diesen in „Elternbriefen" verfassten Informationsmaterialien sind auch Tipps
auf CD-Roms zu bestellen: Schwangerschaft, Geburt und die ersten 8 Wochen danach; die
ersten zwölf Monate; vom ersten bis zum dritten Geburtstag; Kindergartenalter;
Volksschulalter und Pubertät lauten hier die Titel der hilfreichen CD-Roms für Eltern. Kurz
und prägnant wird die jeweilige Erziehungssituation im Überblick angesprochen und mit
Tipps nicht gespart und weiterführende Literatur sowie Kontaktadressen zur Thematik
angeführt.

Allerdings bietet sich diese Information derzeit nur für ÖsterreicherInnen, die der deutschen
Sprache in Wort und Schrift mächtig sind. In Österreich leben laut Statistik Austria mit
1.1.2007 391.370 gebürtige Ex-JugoslawierInnen, 154.705 gebürtige TürkInnen, 38.808
gebürtige AfrikanerInnen, 27.636 gebürtige AmerikanerInnen, um nur ein paar Beispiele für
ÖsterreicherInnen zu nennen, die nicht in Österreich geboren sind. Ein Teil dieser
ÖsterreicherInnen beherrscht die deutsche Sprache noch nicht und gestaltet trotzdem den
Alltag mit der Familie in Österreich. Es ist anzunehmen, dass auch bei Eltern, die nicht
muttersprachlich deutsch sind, ab und an kurzgefasste Tipps für das Familienleben von
Interesse wären. Leider sind die punktuellen Zusammenfassungen der „Elternbriefe"
ausschließlich in deutscher Sprache beim Familienministerium anzufordern. Diese
Broschüren sind weder in englischer noch in türkischer bzw. serbokroatischer Sprache
erhältlich.


In diesem Zusammenhang stellen unterzeichnete Abgeordnete an die Bundesministerin für
Gesundheit, Familie und Jugend folgende

Anfrage:

1.  Inwieweit ist Ihnen bekannt, dass das kostenlose Eltern-Informationsmaterial mit der
Bezeichnung „Elternbriefe" Ihres Ministeriums für Eltern nur in deutscher Sprache
erhältlich ist?

2.              Wie hoch war Ihres Wissens nach der prozentuelle Anteil an Familien in Österreich
(detaillierte Angaben für die jeweiligen Bundesländer erbeten) im Jahr 2007, der die


Sprache Deutsch in Wort und Schrift noch nicht beherrschen, sodass eine
deutschsprachige Broschüre nicht gelesen werden kann?

3.             Inwiefern sollten Ihrer Ansicht nach anderssprachige ÖsterreicherInnen Zugang zu
Informationsmaterial zum Thema Erziehung und Familienleben haben?

4.             Wäre Ihrer Ansicht nach die Auflage der „Elternbriefe" in zumindest englischer
Sprache sinnvoll? Wenn ja, wann? Wenn nein, warum nicht?

5.             Welche Möglichkeiten sehen Sie, die „Elternbriefe" inkl. CD-Roms in beispielsweise
türkisch, serbokroatisch und englisch den anderssprachigen Eltern zur Verfügung zu
stellen?

6.             Sollten Ihrer Ansicht nach alle in Österreich lebenden Eltern, die Interesse an den
Elternbriefen haben, auch die Möglichkeit erhalten, diese in für sie verständlicher
Sprache anfordern zu können?

7.             Welche Familien profitieren Ihrer Ansicht nach von den „Elternbriefen" des
Bundesministeriums für Familie, Gesundheit und Jugend?

8.             Welches Informationsmaterial gibt es seitens Ihres Ministeriums für Eltern, die nicht
muttersprachlich deutsch sind, wenn es um Familientipps geht?

9.             An welche beratende Stellen können sich Ihres Wissens nach anderssprachige Eltern,
welche in Österreich leben, wenden?

10.      Welche mit den „Elternbriefen" vergleichbaren Broschüren gibt es Ihres Wissens nach
in welchen Sprachen (Auflistung im Detail erbeten)?

11.      Wie erfahren Eltern, dass es „Elternbriefe" Ihres Ministeriums gibt?