11750/J XXIV. GP
Eingelangt am 23.05.2012
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Anfrage
der Abgeordneten Albert Steinhauser, Freundinnen und Freunde an die Bundesministerin für Inneres
betreffend Einsatz rumänischer PolizistInnen in Österreich
Laut einem Artikel der Kronen Zeitung vom 25. März 2012 gab es einen Einsatz der rumänischen Polizei.
Polizisten aus Rumänien
überprüfen Bettler - Gemeinsamer Kampf gegen Mafia
"Krücke weg, du bist gesund!"
Zwei rumänische Beamte sind extra nach Wien gekommen, um der heimischen
Polizei im Kampf gegen die Bettel-Mafia beizustehen. Täglich begeben sie
sich auf die Suche nach bettelnden Landsleuten, die sie überprüfen
und nach potenziellen Hintermännern ausfragen. Die "Krone"
begleitete das Spezial-Team auf Tour.
Die Zivil-Polizisten aus Rumänien tarnen sich fürs Foto mit ihren
Dienstausweisen. Gemeinsam mit heimischen Uniformierten überprüft das
Spezial-Team Bettler in Wien.
Eine Frau breitet ein gelbes Plastiksackerl aus, kniet sich darauf und stellt
vor sich ein Pappschild, auf dem steht: "Ich ohne Heim sein und Kinder
haben hungrig." Daneben platziert sie einen leeren Kaffeebecher - damit
Passanten Münzen hineinwerfen können. Doch heute erregt die Bettlerin
die Aufmerksamkeit von ganz anderen "Kunden": Es sind zwei
rumänische Beamte, die - wir berichteten - extra nach Wien gekommen sind,
um bettelnde Landsleute genau unter die Lupe zu nehmen. Volltreffer! Violeta
(33) ist Rumänin und lebt seit sechs Monaten in Österreich. Wurde sie
von einer Bande hergeschleppt und gezwungen, auf der Straße das Mitleid
der anderen zu erregen? Die Polizistin: "Sie sagt nein. Aber wir werden
sie ab jetzt ganz genau beobachten, um das herauszufinden."
Dann trifft das Team auf Angel Amar, der sein Bein auf eine Krücke
stützt und bei jedem, der vorbeigeht, die Hand aufhält. Auch er ist
rumänischer Staatsbürger. Plötzlich schaut ihn der Beamte scharf
an und erklärt bestimmt: "Gib uns die Gehhilfe. Die ist nur Taktik,
du bist kerngesund." Das Gespür verlässt den Experten auch
diesmal nicht. Denn sofort überreicht ihm der eingeschüchterte
Bettler seine Krücke. - Und zieht ganz ohne Humpeln von dannen.
"Unsere rumänischen Kollegen kennen alle Tricks der Bettler, sind uns
sprachlich eine große Hilfe", erklärt Polizei-Sprecherin Adina
Mircioane. Und der gemeinsame Kampf gegen die Bettel-Mafia wird noch Monate
dauern. Mircioane: "Doch die Bilanz nach wenigen Tagen kann sich bereits
sehen lassen."
Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende
1.) Auf welcher gesetzlichen Grundlage dürfen rumänische Staatsangehörige und dortige Exekutivorgane auf österreichischem Territorium Verwaltungs-Amtshandlungen durchführen?
2.) Wie lautet der Auftrag des "Spezialteams" von rumänischen Zivilbeamten gemeinsam mit heimischen Uniformierten im Überprüfen von bettelnden Menschen in Österreich?
3.) Wie lange wird der "gemeinsame Kampf" (Zitat Polizeisprecherin Adina Mircioane) noch dauern?
4.) Auf welcher medizinischen Grundlage entscheiden rumänische Polizisten, ob eine Person in Wien gesund oder nicht gesund ist?
5.) Wie viele BürgerInnen wurden aufgrund der "sachkundigen" medizinischen Kenntnisse von rumänischen Exekutivorganen auf Österreichischen Territorium beamtshandelt?
6.) Wie viele Menschen wurden aufgrund der Einschätzung von rumänischen PolizistInnen weggewiesen?
7.) Gibt es die Idee neben rumänischen Polizisten auch PolizistInnen aus anderen Staaten zu „Amtshandlungen“ bei Verwaltungsübertretungen nach Österreich zu holen?
8.) Wer bezahlt diese „Amtshandlungen“?