12419/J XXIV. GP
Eingelangt am 06.07.2012
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möglich.
Anfrage
der Abgeordneten Petra Bayr und GenossInnen
an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft betreffend den Stand des österreichischen Aktionsplans zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung (NABE).
Öffentliche Einkaufsentscheidungen können zu weltweit besseren Arbeitsbedingungen, einer Reduktion der Armut und dem Umweltschutz beitragen, wenn sie auf sozial und ökologisch nachhaltigen Kriterien basieren. Nachhaltige öffentliche Beschaffung kann darüber hinaus so eine gute Vorbildwirkung für Unternehmen sowie Konsumentinnen und Konsumenten haben.
Das BMLFUW hat im Juni 2010 den österreichischen Aktionsplans zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung fertig gestellt. Nun geht es an dessen Umsetzung.
Die unterzeichneten Abgeordneten stellen daher an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft folgende
Anfrage:
1. In welchem Stadium befindet sich die Ausarbeitung der Kriterien für sozial
verantwortliche öffentliche Beschaffung (siehe Teil 1 des Aktionsplans, Seite 15)?
2. Wer ist auf Ebene des Bundes Mitglied der Steuerungsgruppe zum NABE
a. Welche Organisation?
b. Welche Organisationseinheit?
c. Welche Person?
3.
Welchen Kriterien lagen dem Auswahlverfahren für die
Mitglieder der
Steuerungsgruppe
zugrunde?
4.
Wie sieht der genaue Zeitplan für die Umsetzung des österreichischen
Aktionsplans
zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung aus (Bitte genau
Zeittafel anführen, die
folgende Schritte aufzeigt: Ausarbeitung der Kriterien für sozial verantwortliche
öffentliche Beschaffung (siehe Teil
1 des Aktionsplans, Seite 15) Implementierung
und Monitoring)
5. Welchen Effekt erwartet sich Ihr Ressort von einem freiwilligen Monitoring?
6. Wieso enthält der Aktionsplan kein verpflichtendes Monitoring?
7.
Welche Maßnahmen werden unternommen, um im Rahmen des
NABE den Ausbau
und die
Weiterentwicklung einer an ökologischen,
sozialen und
entwicklungspolitischen Kriterien
orientierten Beschaffung in den Bundesministerien,
der BBG, dem Bundeskanzleramt und in nachgeordneten Behörden flächendeckend
einzuführen und umzusetzen?
8.
Welche
Bundesministerien haben in der Weiterentwicklung der öffentlichen
Beschaffung jeweils bezüglich ökologischer
und sozialer Kriterien bzw. deren
entwicklungspolitischer
Relevanz die Federführung?
9.
Welche Bundesministerien werden in welchem Umfang und mit welchen
Kompetenzen in die Weiterentwicklung dieser Kriterien mit einbezogen?
10.
In welchem
Umfang, über welche Medien und zu welchen
Themen wird die (Fach-)
Öffentlichkeit
über die
Beschaffungspraxis in Bundesministerien und nachgeordneten
Behörden bzw. über die Anwendung von sozialen und ökologischen Kriterien in der
Beschaffung allgemein informiert?
11.
In welcher Weise werden die Pläne zur Anwendung von
sozialen und ökologischen
Kriterien in der
Beschaffung gegenüber Vertreterinnen und Vertretern
von
Produzentenländern, in
denen unzureichende Arbeits- und Produktionsbedingungen
herrschen kommuniziert?
12.
Über welche Maßnahmen welchen Umfangs, in welchen Ländern und zu welchen
Produktgruppen werden die Wirtschafts- und
Handelsstrukturen in Entwicklungs- und
Schwellenländern unterstützt, damit diese Zugang zu
Zertifizierungsprozessen
erhalten?
13.
Wie oft und in
welchem Umfang wurden in Beschaffungsverfahren von
Bundesministerien und nachgeordneten Behörden zusätzliche soziale oder
ökologische
Bedingungen vorgeschrieben oder als Kriterium genannt, wie sie durch
den NABE vorgesehen
sind (absolut und prozentual im Vergleich zur gesamten
Beschaffung der jeweiligen Behörde)?
14.
In wie vielen Beschaffungsstellen von Bundesministerien, BBG und
nachgeordneten
Behörden sind wie viele Personen tätig, die explizit Kenntnisse von der
Aufnahme
und Bewertung sozialer, ökologischer
oder entwicklungspolitisch relevanter Kriterien
in Vergabe-/Beschaffungsvorgängen haben?
15.
Hat das
Lebensministerium ökologische, soziale und
entwicklungspolitische
Zielmarken für die eigene
Beschaffung formuliert, und wenn ja, wie lauten diese, und
wenn nicht, aus
welchen Gründen wurde auf konkrete Ziele - oder auf ein konkretes
Ziel - verzichtet?
16.
Ist der Aufbau einer Bieterdatenbank vorgesehen, in welcher zur Unterstützung der
Vergabestellen
Anbieter aufgenommen werden, deren Produkte sozialen und
ökologischen Kriterien gerecht
werden?
17.
Welche
absoluten Summen wurden in den Jahren 2010 und 2011 über
Bundesministerien, das Bundeskanzleramt und
in nachgeordneten Bundesbehörden
für Produkte folgender Kategorien verausgabt
(bitte nach den Institutionen
aufschlüsseln): Dienstkleidung,
Werbeshirts, Gebrauchswäsche, Natursteine,
Lebens- und Genussmittel wie Kaffee, Orangensaft, Kakao, Computer, Laptops,
Handys, Büromaterialen (Papier...), Blumen,
u.a.