13139/J XXIV. GP

Eingelangt am 21.11.2012
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ANFRAGE

 

der Abgeordneten Josef A. Riemer

und weiterer Abgeordneter

 

an den Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend

 

betreffend Missbrauch in Kinderheimen

 

In Österreich gibt es rund 11.000 Kinder und Jugendliche in Heimen. Allein in  der Steiermark sind derzeit von den knapp 2190 Kindern in Fremdbetreuung, 984 bei Pflegefamilien untergebracht. Davon 250 aufgrund einer gerichtlichen Verfügung. 1206 sind in anderen Einrichtungen wie AIS Jugendservice, Caritas, Jugend am Werk oder SOS Kinderdorf untergebracht, davon wiederum 194 aufgrund einer gerichtlichen Verfügung.

 

Die schockierenden Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen in Heimen reichen bis in die 1990er Jahre hinein. Vor allem die externe Kontrolle der Kinder und Jugendlichen in Betreuungseinrichtungen wie Heimen oder bei Pflegeeltern untergebracht sind, sei nicht in ausreichendem Maße gegeben.  

 

Laut Experten braucht es da jemanden von außen, dem das Kind vertraut. Eine externe Vertrauensperson für das Kind, da es bei internen Personen zu Loyalitätskonflikten kommt.

 

In diesem Zusammenhang richten die unterfertigten Abgeordneten an den Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend folgende

 

Anfrage

 

1.    Wie viele Missbrauchsfälle wurden in den Jahren 2001 bis 2011 angezeigt?
(Aufstellung nach Bundesländern und Geschlecht)

  1. Welche Maßnahmen wurden seitens Ihres Ressorts seit Amtsbeginn getroffen, um Kinder in Kinderheimen vor Missbrauch  zu schützen?

  2. Welche Maßnahmen sind in Planung um den Schutz von Kindern in Kinderheimen zu gewährleisten?

  3. Wie schätzen Sie die Gefahr ein, dass Fälle von Gewalt und sexuellen Missbrauch auch in heutigen Kinder- und Jugendbetreuungseinrichtungen noch möglich sind?