Eingelangt am 02.06.2009
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ANFRAGE
der Abgeordneten Korun, Schwentner, Freundinnen
und Freunde
an die Bundesministerin für
Unterricht, Kunst und Kultur
betreffend Zwangsverheiratung
Je nachdem wie
die Debatte geführt wird, kann sie den Schutz junger Menschen vor
Zwangsehe bewirken oder aber zu einer Legitimierung von Einwanderungs-beschränkungen
oder zu einer Stigmatisierung und Diskriminierung von Minoritäten
beitragen. Damit die beabsichtigte Unterstützung der jungen Menschen
innerhalb dieser Gruppen nicht in eine Dämonisierung dieser Gruppen
umschlägt ist es wichtig, dass beim Thema Zwangsheirat stark auf eine
Begrenzung der negativen Auswirkungen der Debatten geachtet wird.
So wie bei allen anderen Formen
von Gewalt gegen Frauen geht es auch beim Thema Zwangsheirat sehr stark um
Präventionsmaßnahmen, Unterstützung und Empowerment der Opfer.
Die Beratung und die Unterbringungsmöglichkeiten für potentielle
Opfer müssen den speziellen Bedürfnissen entsprechen. Derzeit fehlt
eine adäquate Unterbringungsmöglichkeit für Frauen, die von
Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind.
Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende
ANFRAGE:
- Welche konkreten
Maßnahmen Ihres Resorts gibt es, um die Auswirkungen der
öffentlichen Debatten einzuschätzen und negativen Auswirkungen
entgegenzutreten?
- An wie vielen Schulen wurden
2007 und 2008 Schulungen, Workshops oder Vorträge zum Thema
Zwangsheirat durchgeführt?
- Ist eine Evaluierung der
Materialien und Methoden von Maßnahmen gegen Zwangsverheiratung (wie
sie zum Beispiel in Schulen durchgeführt werden) geplant?
- Welche Maßnahmen speziell
zur Arbeit mit Burschen wurden gefördert oder angeregt?
- Wurden Initiativen gestartet,
um die vermutlich betroffenen Communities einzubeziehen? Falls ja, wie
wurden Communities in die Arbeit zum Thema Zwangsverheiratung einbezogen?
- Was wurde gemacht, um
insbesonder isolierte und potentiell von Zwangsverheiratung bedrohte
Frauen zu erreichen (Deutschkurse, Kindergärten, SozialarbeiterInnen,
MultiplikatorInnen etc.)?
- Was wurde für die
Ausbildung von Personen mit Migrationshintergrund als MediatorInnen und
MultiplikatorInnen im Bereich von Zwangsverheiratung und anderen
Fällen von Gewalt im persönlichen Nahraum getan?
- Wurden JugendarbeiterInnen,
SozialarbeiterInnen und LehrerInnen Angebote zur Weiterbildung in diesem
Bereich gemacht? Falls ja, wie sehen diese Weiterbildungsangebote konkret
aus und wie viele haben daran teilgenommen?
- Ist eine verpflichtende
Verankerung von „Interkultureller Pädagogik“ in den
Curricula der Pädagogischen Hochschulen geplant?