48/SBI XXIV. GP

Eingebracht am 03.11.2011
Dieser Text ist elektronisch textinterpretiert. Abweichungen vom Original sind möglich.

Stellungnahme zu Bürgerinitiative

Betreff:                                                                                                                                         Legistik und Recht; Verbindungsdienst - Parlament und Ministerrat; Parlament Allgemein

                                                                                                                                    Bürgerinitiative Nr. 32 betreffend "STOPPT Sex-Handel mit Kindern & Jugendlichen"

Stellungnahme

Das Bundesministerium für Inneres nimmt zur Bürgerinitiative Nr. 32 betreffend "STOPPT Sex-Handel mit Kindern & Jugendlichen" wie folgt Stellung:

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen als Opfer des Menschenhandels bildet eine Priorität der strategischen und operativen Planungen sowohl innerhalb des Innenressorts als auch in Kooperation mit externen, auch internationalen Aktivitäten. Beispielgebend neben den vielen Gremienarbeiten und sonstigen Aktivitäten des Bundesministeriums für Inneres darf hier die sehr aktive Mitgliedschaft im Rahmen der Task Force gegen Menschenhandel" unter Federführung des BMeiA angeführt werden. Die vernetzte, kooperative Arbeit verschiedener öffentlicher und privater Einrichtungen erscheint hier als besonders zielführend und wird konsequent verfolgt.


Als spezialisierte und kindergerechte Hilfs- und Betreuungsangebote für Opfer von Kinderhandel agieren die Jugendwohlfahrten in den Bundesländern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendwohlfahrten gewährleisten hier die Hilfe und Betreuung von Opfern des Kinderhandels bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Im Besonderen hat Wien als am stärksten betroffenes Bundesland eine besondere Einrichtung, die Drehscheibe Wien, geschaffen. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass dort die Betreuung durch spezialisierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in hohem Maße gewährleistet war und ist.

Das Bundeskriminalamt hat bereits mehrere Schulungen und Trainings zum Thema Kinderhandel gemeinsam mit dem Jugendnetzwerk ECPAT durchgeführt. Zielgruppe in diesen gemeinsamen Trainings waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendwohlfahrten, von Nichtregierungsorganisationen und der Landespolizeikommanden. Hier wurden durch Spezialistinnen und Spezialisten von ECPAT und des Bundeskriminalamtes die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Identifizieren, Umgang und Betreuung von Opfern des Kinderhandels sensibilisiert und geschult. Folgende Trainings wurden durchgeführt:

»     Tirol, Innsbruck am 15. Juni 2010

»     OÖ, St. Florian 21.10-22.10.2010

»     Steiermark, Graz am 07.04 - 08.04 2010

»     Kärnten, Klagenfurt am 26.09.2011

Im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen sowie Medienkontakten, nicht zuletzt am EU- Menschenhandelstag am 17. Oktober 2011 in Wien, wird jede Gelegenheit genützt, die am 1. Juni 2010 eingerichtete Bundesweite Polizeiliche Menschenhandelshotline im Bundeskriminalamt" der Öffentlichkeit bekannt zu machen sowie die Bevölkerung über das Phänomen Kinderhandel zu informieren. Unter der Telefonnummer 0043 1 24836 85383 oder per E-Mail menschenhandel@bmi.gv.at können auch anonym jederzeit Informationen über mögliche Fälle des Menschen-/Kinderhandels weitergegeben werden.

Für den weiteren Aufbau der operativen Bekämpfungseffektivität wurde jüngst ein weiterer Verbindungsbeamter des Bundesministeriums für Inneres nach Bangkok entsendet, um besonders im angeführten Kriminalitätsgeschehen die Verbindung zu dortigen Behörden und Einrichtungen zu intensivieren und so die Ermittlungschancen wesentlich zu erhöhen.

Für die Bundesministerin:

GD Dr. Herbert Anderl

elektronisch gefertigt

Betreff:       Legistik und Recht; Verbindungsdienst - Parlament und Ministerrat; Parlament
Allgemein

Bürgerinitiative Nr. 32 betreffend "STOPPT Sex-Handel mit Kindern & Jugendlichen"

Die Parlamentsdirektion hat aufgrund eines Beschlusses des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen das Bundesministerium für Inneres ersucht, zu der im Betreff genannten Bürgerinitiative Nr. 32 Stellung zu nehmen.

Es wird nunmehr ersucht, unter Bezugnahme auf die Zahl GZ.17010.0025/31-L1.3/2011, direkt gegenüber der Parlamentsdirektion via E-Mail: Stellungnahme.PETBI@parlament.gv.at

bis längstens 8. November 2011

Stellung zu nehmen.

Es wird ersucht die Erledigung vor Abfertigung dem Kabinett der Frau Bundesminister und vor Hinterlegung dem Referat III/1/b vorzuschreiben.

Beilage

Mag. Christine Schleifer-Tippl

elektronisch gefertigt