53/SBI XXIV. GP
Eingebracht am 24.11.2011
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Stellungnahme zu Bürgerinitiative

Stellungnahme
des Bundesministeriums für
Wirtschaft, Familie und Jugend
Im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend sind zwei inter-disziplinäre/-institutionelle Arbeitsgruppen eingerichtet, in denen die Themen des Zusatzprotokolls zur Kinderrechtekonvention betreffend Kinderhandel, Kinderpornographie und Kinderprostitution diskutiert werden. Die Arbeitsgruppen sind in erster Linie als Koordinationsgremien gedacht, in denen der Meinungs- und Informationsaustausch der Stakeholder (Bund, Länder, NGOs [u.a. Ecpat Österreich], Internet- und Tourismuswirtschaft) im Zentrum stehen:
· Die Arbeitsgruppe Kinderhandel arbeitet seit 2007 im Rahmen der Task Force Menschenhandel, die seit 2006 im Bundesministerium für euro-päische und internationale Angelegenheiten koordinierend tätig ist.
· Das Koordinationsgremium zum Schutz von Kindern gegen sexuelle Ausbeutung diskutiert Maßnahmen zu den beiden anderen Themen des Zusatzprotokolls, v.a. der Kinderpornographie im Internet.
Außerdem unterstützt das BMWFJ die Bewusstseinsbildung zum Thema sexuelle Gewalt an und Ausbeutung von Kindern durch folgende Informationsangebote:
· Broschüren "(K)ein sicherer Ort. Sexuelle Gewalt an Kindern" und "Elternratgeber Sexualität und Internet"
· Folder "Kinderhandel in Österreich - Hintergrundinformation und Checkliste zur Identifizierung von Opfern von Kinderhandel durch Jugendwohlfahrt, Polizei, Fremdenbehörden und Botschaften/Konsulate"
· Websites www.gewaltinfo.at und www.kinderrechte.gv.at u.a. zum Thema sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen
· Medien- und Jugend-Infostelle im medienpädagogischen Bereich (Auf-klärungsprojekte für Jugendarbeiter/innen, Lehrkräfte, Kinder/ Jugendliche und Eltern)
Seit 2002 ist im Ressort weiters ein Runder Tisch zu Ethik im Tourismus ange-siedelt, der sich sowohl mit der Umsetzung des Kinderschutzkodex wie auch des Ethikkodex der World Tourism Organisation (UNWTO) beschäftigt. An den Treffen nehmen Vertreter von Ministerien und Interessenvertretungen, der Tourismuswirtschaft und von NGOs teil, wobei auch ECPAT[1] Österreich von Beginn an in-volviert war.
1998 wurde der "Code of Conduct for the Protection of Children from Sexual Ex-ploitation in Travel and Tourism" (Verhaltenskodex der Tourismusindustrie zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung durch Touristen) von ECPAT Schweden im Rahmen eines EU-Projekts und mit Unterstützung der UNWTO entwickelt. Ziel des Verhaltenskodex ist es, durch konkrete Maßnahmen wie Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit den Kindesmissbrauch durch Touristen zu stoppen bzw. zumindest zu erschweren. 2001 erfolgte die Unterzeichnung dieses Verhaltenskodex durch die Dachverbände der österreichischen Reisebüro-wirtschaft, ÖRV (Österreichischer Reisebüroverband) und ÖVT (Österreichischer Verein für Touristik).
Bei folgenden vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend unterstützten Maßnahmen in Österreich war ECPAT Österreich Partnerin und/oder Auftragnehmerin:
2007 Posterwettbewerb und Podiumsdiskussion zum Thema "Schutz der Kinder im Tourismus" (Unterstützung durch BMWFJ)
2007/2008 Erstellung von Informationskarten als Beilage für Reiseunterlagen, Formatvorlagen für Reisekataloge und Webseiten sowie didaktisches Material für den Einsatz an mittleren und höheren Tourismusschulen (durch ECPAT Österreich im Auftrag des BMWFJ)
2008 Medienpaket "Tourismus und Freizeitwirtschaft", herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Schule (mit Unter-stützung durch BMWFJ); thematisiert u.a. auch "Ethik im Tourismus" und "Sexuelle Ausbeutung von Kindern"
2008 - 2011 EU-Projekt "OFFENDERS BEWARE - Bewusstseinsbildung, Kapazitätsaufbau und Motivation zu verstärktem Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus": In zahlreichen Schulen wurden Informationsveranstaltungen abgehalten. "Train-the-trainer" Programme, bei denen Trainer/innen Lehrer/innen anhand der vorliegenden Lehrmaterialien geschult haben; Workshops an Tourismusschulen zur weiteren Sensibilisierung wurden angeboten. Gefördert wurde das Projekt, das von respect[2] und ECPAT Österreich durchgeführt, durch die Europäische Kommission, die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit und das BMWFJ.
2009 Trilateraler Workshop (D, CH, A) mit Vertreter/inne/n von Ministerien, der Tourismuswirtschaft und von NGOs zum Thema "Sex-ueller Missbrauch von Kindern im Tourismus" mit dem Ziel einer gemeinsamen Vorgehensweise der deutschsprachigen Länder
2010 27. September 2010: Zeitgleiche Pressekonferenz am Welt-tourismustag, in Deutschland, der Schweiz und Österreich (STS Marek gemeinsam mit General Lang vom Bundeskriminalamt (BMI), das eine Meldeadresse für Meldungen im Bereich Kindersextourismus eingerichtet hat).
Bisherige Partner in Österreich u.a. ÖRV, ECPAT, WKÖ Fachverband Reisebüros, Fachverband Seilbahnen, Austrian Airlines, Accor Hotels Austria, ydoc, Infoscreen, einzelne Reisebüros und Reiseveranstalter (z.B. Kuoni, Jumbo, TUI).
Online-E-Learning Tool für Expert/inn/en aus dem Reisebüro-bereich in deutscher Sprache (von ECPAT Deutschland in Zu-sammenarbeit mit ECPAT Österreich im Rahmen des laufenden EU-Projektes erstellt) ist kostenlos verfügbar.
2011 CSR-Tage (Corporate Social Responsibility -Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen) im Rahmen der Ferienmesse, veranstaltet von respect, Naturfreunde International und ECPAT Österreich, bei denen u.a. über 10 Jahre Kinderschutzkodex und die trilaterale Kampagne (D, CH, Ö) diskutiert wurde
2011 Präsentation der Kampagne auf der Internationalen Tourismusbörse im Rahmen der UNWTO und jährliches Treffen des "World Tourism Network on Children Protection"
2011 weitere Bekanntmachung des Films "Witness" http://www.bmi.gv.at/cms/Bk/_video/kleineseelen.aspx, der Informationsmaterialien und des Online-E-Learning-Tools sowie Erstellung von Leporello-Foldern und Roll-ups zur weiteren Bekanntmachung der Meldeadresse für Meldungen im Bereich Kindersextourismus durch ECPAT