Gewerkschaftlicher Betriebsausschuss

am BRG/BORG St. Pölten

Schulring 16

3100 St. Pölten

 

St. Pölten, am 19. September 2013

 

Der Gewerkschaftliche Betriebsausschuss am BRG/BORG St. Pölten übermittelt folgende  Stellungnahme zum vorliegenden Gesetzesentwurf „Dienstrechts-Novelle 2013 – Pädagogischer Dienst“:

 

Grundsätzlich wird der vorliegende Entwurf abgelehnt.

Besonders weisen wir auf folgende Punkte hin:

 

1. Wir lehnen das Vorgehen, den Entwurf ohne vorhergehende sozialpartnerschaftliche Einigung in Begutachtung zu schicken, ab.

 

2. Wir fordern, dass Ergebnisse einer seriösen Lehrer(innen)arbeitszeitstudie bei der Gestaltung eines neuen Dienstrechts berücksichtigt werden.

 

3. Wir lehnen das Vorhaben ab, mit einem neuen Lehrer(innen)-Dienstrecht auch im Zusammenhang mit offenen Fragen im Bereich der Schulformen (gemeinsame Schule der Sekundarstufe I) vollendete Tatsachen zu schaffen.

 

4. Wir weisen darauf hin, dass durch das geplante Gesetz die Qualität der schulischen Ausbildung sinken wird.

Wenn Lehrer(innen) unabhängig von ihrer spezifischen Ausbildung an jeder Schulart in jedem Fach eingesetzt werden, wird die von Schüler(innen), Eltern und Lehrer(inne)n selbst erwartete hohe Qualität des Unterrichtes unmöglich erreicht werden.

 

5. Wir lehnen ab, dass eine Vollbeschäftigung erst mit 24 Wochenstunden Unterricht und/oder qualifizierter Betreuung von Lernzeiten erreicht wird.

Der Lehrer / die Lehrerin wird zwar mehr Zeit mit Schüler(inne)n verbringen, aber aufgrund der Zunahme der zu betreuenden Klassen weniger Zeit für den einzelnen Schüler / die einzelne Schülerin aufbringen können.

Die berufliche Belastung, die das geplante Dienstrecht mit sich bringt, wird von den künftigen Lehrer(inne)n – schon aufgrund der vorhandenen Arbeitsplatzbedingungen – nicht in ausreichender Qualität zu bewältigen sein.

Wir fordern einen seriösen Vergleich zwischen dem aktuellen und dem geplanten Dienstrecht im Hinblick auf die für eine Vollbeschäftigung zu unterrichtende Stundenanzahl und die dafür vorgesehene finanzielle Abgeltung.

 

6. Wir lehnen die geplante sog. „Induktionsphase“ ab.

Einem jungen Lehrer / einer jungen Lehrerin ist es nicht zuzumuten, eine volle Lehrverpflichtung zu übernehmen, der Hospitationsverpflichtung nachzukommen, Induktionslehrveranstaltungen zu absolvieren und gegebenenfalls das Masterstudium abzuschließen. Die Qualität der Lehrer(innen)ausbildung wird sinken.

 

Wir sind mit einer Veröffentlichung unserer Stellungnahme einverstanden.

 

Für den Gewerkschaftlichen Betriebsausschuss am BRG/BORG St. Pölten

 

Mag. Gernot Hadwiger m.p., Obmann