21.09.2013

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

 

In diesem Schreiben nehme ich Bezug auf das geplante neue Lehrerdienstrecht sowie die neue Lehrerausbildung

 

Die neue Ausbildung und das neue Dienstrecht sollte zum Ziel haben, die Lehrsituation für SchülerInnen an den österreichischen Schulen zu verbessern, individuelle Förderung zu ermöglichen, um alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich auszubilden und auf ihren weiteren Bildungsweg bzw. das Arbeitsleben vorzubereiten.

 

Ich kann in Ihrem Entwurf leider nicht erkennen, wie das mit den Richtlinien der neuen Ausbildung und Anstellung erreicht werden soll.

 

Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum zukünftige Lehrer und Lehrerinnen zuerst nur ein Bachelorstudium, und, während sie schon im Dienst stehen, erst das Masterstudium abschließen können.

Das ist keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung der Ausbildung.

 

Mein Vorschlag lautet: Die Ausbildung erst vollständig absolvieren, dann ein „Unterrichtspraktikum“ wie bisher üblich, absolvieren. Praxisnahe Gestaltung der Ausbildung mit hoher Orientierung an den Bildungsstandards.

 

Stattdessen sollen zukünftige Absolventen der Lehrerausbildung nun sofort 24 Stunden  unterrichten und begleitend ihr Masterstudium absolvieren. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass das in Wohnorten, die nicht über eine Universität verfügen, schon theoretisch nicht machbar ist, praktisch auch dann nicht, wenn man in der Stadt unterrichtet, in der auch die Ausbildung stattfindet.

 

Um gut zu unterrichten, benötigt man in etwa 1 Stunde Vorbereitung und Nachbereitung pro gehaltene Stunde. Ganz zu Schweigen von der Korrektur von Aufsätzen und Schularbeiten in den Sprachen. Junglehrer benötigen noch mehr Zeit.

Wie, ich frage Sie, wie soll sich das mit 24 Stunden Unterricht/ Beratung ausgehen, geschweige denn mit der Absolvierung eines Studiums in Einklang zu bringen sein?

Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass wir LehrerInnen auch bei Konferenzen, Fortbildungen, Elternsprechtagen anwesend zu sein haben.

JunglehrerInnen unterrichten generell an zwei oder mehr Schulen. Das bedeutet auch eine höhere Anzahl oben genannter Verpflichtungen.

Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass LehrerInnen laut neuem Dienstrecht auch in Fächern unterrichten müssen, in denen sie gar nicht ausgebildet wurden.

Ist das die Ihre Idee von qualitativ hochwertigem Unterricht?

 Die Umstellungsphase des neuen Lehrerdienstrechtes kostet sehr viel Geld. Danach spart der Staat aber große Summen ein.

Ich denke, es geht bei dieser Neuregelung nicht um das Wohl  oder die Ausbildung unserer Kinder, sondern um reine Sparmaßnahmen auf dem Rücken von Lehrenden sowie Lernenden.

 

Mit dieser neuen Ausbildung und den Anstellungsvoraussetzungen produziert der Staat Österreich schlecht ausgebildete und unmotivierte LehrerInnen und in Folge auch SchülerInnen.

 

Ich bin mit der Veröffentlichung dieser Stellungnahme auf der Parlamentshomepage einverstanden.

 

Mag.a Christiana Rainbow-Moshammer, AHS – Lehrerin