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Stellungnahme der Lehrerinnen und Lehrern des BG/BRG Hallein

zur  Dienstrechts-Novelle 2013

 

In offener Frist sendet der GBA der Dienststelle BG/BRG Hallein folgende Stellungnahme zum vorliegenden Entwurf eines künftigen Lehrerdienstrechts.

 

Anfangs möchten wir unser Befremden darüber zum Ausdruck bringen, dass entgegen sozialpartner-schaftlicher Tradition ein Gesetz in Begutachtung geschickt wird ohne mit der Gewerkschaft eine Übereinkunft zu erreichen.  Diese Vorgangsweise wird entschieden abgelehnt.

Außerdem sind viele Teile dieses Entwurfes nur als befremdlich oder gar als empörend einzustufen!

Keine Gewerkschaft und auch keine Berufsgruppe kann einem Dienstrecht zustimmen, das mehr Arbeit für weniger Geld vorsieht.

Bildung sollte einer Regierung auch etwas wert sein – im Gegensatz dazu fielen die Ausgaben für das Schulwesen in Österreich im Verhältnis zum BIP um 15% wohingegen der OECD-Schnitt um 10% gestiegen ist. Vor diesem Hintergrund erscheint dieses neue Dienstrecht eher als getarntes Sparpaket. Damit werden zukünftige Lehrerinnen und Lehrer eher abgeschreckt und man kann sicher nicht „die besten Köpfe“ für diesen Beruf gewinnen!

 

Die wichtigsten Kritikpunkte sind aus unserer Sicht:

            - Arbeitszeiterhöhung auf 24 Wochenstunden (entspricht faktisch einer Erhöhung von

  bis zu 40%!) Dies bedeutet weniger Zeit für einzelne Schüler, unzumutbare Erhöhung

  der Arbeitsbelastung, etc. Bereits jetzt ist die Rate von Burn-out-Erkrankungen im

  Lehrberuf sehr hoch!

  Laut der LehrerInnenarbeitszeitstudie 2000 (SORA-Institut) liegt die durchschnittliche

  Arbeitszeit im Lehrberuf jährlich bei 1.928 Stunden (vgl.: jährliche Arbeitszeit eines

  Arbeitnehmers in Österreich bei 1.746 Stunden durchschnittlich – lt. WKO)

  Außerdem würde das neue Dienstrecht verglichen mit dem bisherigen System einen

  Arbeitsplatzverlust von bis zu 15.000 Stellen bedeuten!

- Finanzielle Verluste in der Lebensverdienstsumme durch zwar erhöhte Anfangsgehälter

  aber dann deutlich geringeren Erhöhungen sodass ein Verlust in der Lebensverdienst-

  summe von bis zu 500.000 € oder sogar darüber droht!

- Kein Support-Personal (wie ursprünglich versprochen). 150 „Postler“ für 6000 Schulen

  kann wohl nicht ganz ernst gemeint sein!

- Streichung fast aller Zulagen, dafür „All-in-Verträge“, die offenbar noch höhere Leistungs-

  anforderungen des Dienstgebers ermöglichen sollen.

- Einsetzbarkeit der Lehrerinnen und Lehrer unabhängig von der fachspezifischen

  Ausbildung in jedem Fach und in jeder Schulart – auch gegen ihren Willen!

- Absurde Anforderungen an Junglehrerinnen und Junglehrer im ersten Dienstjahr in der   

  „Induktionsphase“. Neben der 24-stündigen Unterrichtsverpflichtung sollten auch noch

  PH-Kurse und auch ev. noch das Masterstudium geschafft werden ??

- Ab dem Schuljahr 2018/19 würde es dann in den Konferenzzimmern zunehmend mehr

  junge und schlechter bezahlte und ältere, besser gestellte Lehrinnen und Lehrer geben.

  Wie würde sich das wohl auf die Arbeitseinteilung, auf die Motivation und auf die

  Stimmung in den Konferenzzimmern auswirken ?

 

Noch manche andere Details wirken unausgegoren und nicht zielführend und daher wird dieser Gesetzesentwurf auch unsererseits kategorisch abgelehnt!

 

Wir fordern daher eine Rücknahme dieses Entwurfs, eine Neukonzipierung und vor allem die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Betroffenen (ca. 120.000 Lehrerinnen und Lehrer!) und deren Vertretern!

 

Gewerkschaftlicher Betriebsausschuss (GBA) des BG und BRG Hallein und

Lehrerinnen und Lehrer des BG und BRG Hallein:

 

 

Name

Name

PROF. MAG. HANS ERWIN NUVER

MAG. GEORG AMMERER

MAG: SIBYLLE WALSER-FILIPP

MAG. CHRISTINE FANKHAUSER

PROF. MAG. BRIGITTE DALFEN

MAG. ANGELIKA KRIKS

MAG. LEONHARD FISCHHUBER

PROF. MAG. JOHANN QUEHENBERGER

MAG. JUDITH FRAUENSCHUH

MAG. IRENE LIENBACHER

MAG. GUDRUN BERGER-JEDLITZKA

MAG. RENATE UNTNER

MAG. ULRIKE CASTANEDA-CARRERA

MAG. GARVIN KRUG

MAG. CLAUDIA RETTENBACHER

DIR. DR. MATTHIAS MEISL

DR. PETRA RIESS

PROF. MAG. BARBARA WINTERSTELLER

MAG. ANNA NEULENTNER

MAG. GABRIEL AUSSERSTEINER

MAG. KATRIN AUER

MAG. DANIEL POLLIDO

MAG. IRIS VOGLER

MAG. DOROTHEA ODÖRFER

MAG. ALINA FRANK

PROF. MAG. HANS-CHRISTIAN NEUREITER

MAG. JOSEF KREUZBERGER

MAG. GERHARD MAYR                         

MAG. BARBARA NOTDURFTER

MAG. SIEGFRIED AUER                           

PROF. MAG. BRUNO PUTZ

PROF. MAG. FRANZISKA NEUREITER

MMAG. CHRISTINA HERR

MMAG. CHRISTINA HÖTZINGER

MAG. FRANZ EICHBAUER

MAG. INES SCHÜTZ

MAG. RENATE WEISL

MAG. HANS POLLHAMMER

PROF. MAG. ANDREA LIENBACHER

MAG. RAINER SCHIMMERL                     

MAG. RAPHAEL GRÖBNER

MAG. CHRISTIAN AIGNER

MAG. ELFRIEDE VITZTHUM

MAG. MARTINA SEIWALD-REITER

PROF. MAG. IRENE WILLROIDER

PROF. MAG. INGRID CANDIDO

MAG. THOMAS KELLNER

PROF. MAG. EVA-MARIA KLEINDL-GRAF

DR. ERNST CORDT                                  (49)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle angeführten Lehrerinnen und Lehrer haben die Originalstellungnahme eigenhändig unterschrieben.

Für den GBA:      Prof. Mag. Hans Erwin Nuver

 

 

 

Ergeht auch an:

werner.faymann@spoe.at

michael.spindelegger@oevp.at

heinz-chrsitian.strache@parlament.gv.at

eva.glawischnig@gruene.at

josef.bucher@parlament.gv.at

info@teamstronach.at