141/SPET XXIV. GP

Eingebracht am 18.07.2011
Dieser Text wurde elektronisch übermittelt. Abweichungen vom Original sind möglich.

Stellungnahme zu Petition

 

 

Gesandte Dr. Eva Hager

Leiterin der Abteilung III.7

Internationale Energiefragen

Tel.: +43- (0)  501150-3988

abtiii7@bmeia.gv.at

BMeiA-AT.3.19.04/0033-III.7/2011

 

 

An die

Parlamentsdirektion

L1. - Nationalratsdienst

Parlament

1017 W i e n

 

per E‑Mail:

stellungnahme.PETBI@parlament.gv.at  

 

 

Betreff: Petitionen Nr. 100 und 102 betr.

"Atommüllendlager in Grenznähe zu Österreich",

konkret betr. Tschechische Republik.

 

B e i l a g e 

 

 

 

Anverwahrt wird die Stellungnahme des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten zu der mit Schreiben vom 28. Juni 2011, GZ 17010.0020/73-L1.3/2011, übermittelten Petitionen Nr. 100 und 102 vorgelegt.

 

 

 

Wien, am 15. Juli  2011

Für den Bundesminister:

HAGER m.p.

 

 


Stellungnahme des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten betreffend schriftliche Petitionen der Gemeinde Behamberg und Marktgemeine Strengberg betreffend NEIN zu einem Atommüllendlager in Grenznähe zu Österreich

 

 zum Nationalrat Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber hat am 28.   unter der Zl. GZ. 17010.0020/73-L1.3/ schriftliche Petitionen der Gemeinde Behamberg und Marktgemeine Strengberg betreffend NEIN zu einem Atommüllendlager in Grenznähe zu Österreich eingebracht.

 

Zu diesen Petitionen nimmt das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten wie folgt Stellung:

 

Zunächst ist festzuhalten, dass bis dato seitens der Tschechischen Republik kein Beschluss über die Standortwahl gefallen ist, sondern Bemühungen einer Identifizierung von zumindest zwei alternativen Standorten aus einer Auswahl von mehreren Gemeinden bis 2015 im Gange sind.

 

Die österreichische Bundesregierung hat sich bereits bisher, zuletzt bekräftigt durch ihren Ministerratsbeschluss vom 22. März 2011 „Gemeinsamer Aktionsplan der Österreichischen Bundesregierung: Internationales Umdenken von der Kernenergie hin zu Erneuerbarer Energie und Energieeffizienz“, dafür eingesetzt, alle möglichen Schritte zu ergreifen, um die Errichtung nuklearer Atommüllendlager in Grenznähe zu Österreich zu verhindern. Konkret wird die kritische österreichische Position bilateral sowohl im Rahmen der regelmäßig abgehaltenen Nuklearexpertengespräche als auch durch die Österreichische Botschaft Prag von Österreich vorgebracht. Darüber hinaus erfolgt eine Einbringung der österreichischen. Position auch im Rahmen multilateraler Foren wie etwa der Überprüfungskonferenzen internationaler Abkommen. Bereits im Mai 2012 wird sich dazu im Rahmen des Vertragsstaatentreffens der IAEO-Konventionen zu Nuklearem Abfall und Verbrauchten Brennstoffen Gelegenheit bieten. Auf EU-Ebene steht eine Richtlinie zu Nuklearem Abfall und Verbrauchten Brennstoffen vor ihrer definitiven Annahme, die weitere Möglichkeiten des aktiven Ansprechens der Frage bieten wird. Weiters sind für die Zukunft im Falle der Konkretisierung von Projekten  spezifische Möglichkeiten im Rahmen grenzüberschreitender Umweltverträglichkeitsprüfungen unter Einbindung Österreichs gegeben.