1886/J XXV. GP

Eingelangt am 30.06.2014
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Anfrage

 

der Abgeordneten Albert Steinhauser, Freundinnen und Freunde an den Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

betreffend Auswirkungen der "smart meter" Einführung

BEGRÜNDUNG

 

In der Elektrizitätswirtschaft wird seit einigen Jahren die Einführung intelligenter Strommessgeräte, sogenannter „smart meter“, diskutiert. Die können in kurzen Zeitabständen den Stromverbrauch laufend messen und dem Anbieter die Daten übermittelt. Das Problem dabei ist,  dass die Messintervalle detaillierte Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten und Privatsphäre der StromkundInnen zulassen. Dazu kommt, dass durch die Angreifbarkeit der netzangebundenen Geräte – die in der Regel auch über eine Fernabschaltfunktion verfügen – das Stromnetz insgesamt durch Hacker oder Cyberangriffe verletzlich wird.. Unabhängig davon stellt sich die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit des Smart Meters, da Kosten und behaupteter Nutzen in keiner Relation stehen.

Es wird ersucht die Fragen präzise mit Ja/Nein oder konkreten Zahlen zu beantworten.

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende

ANFRAGE

 

1)    Wie viele Studien wurden von der E-Control und vom Wirtschaftsministerium zum Thema Smart Meter in Auftrag gegeben?

2)    Welche Kosten zu Lasten des Budgets sind für Studien zum Thema Smart Meter entstanden?

3)    Welche externen Arbeitsgruppen wurden vom Wirtschaftsministerium und von der E-Control mit der Thematik befasst?

4)    Welche Kosten zu Lasten des Wirtschaftsministeriums sind bisher durch die Befassung mit der Thematik entstanden (Zeitaufwand x Stundensätze, Fremdkosten, Reisespesen, etc.)?

5)    Welche Kosten zu Lasten des Budgets sind durch die Arbeitsgruppen entstanden?

6)    Mit welchem geschätzten Volumen wird die österreichische Handelsbilanz durch den Import von Smart Metern oder von Komponenten bei Vollausstattung lt. Z. 29 gesamthaft belastet?

7)    Welches Wartungsintervall erfordern die Ferrariszähler?

8)    Welches Wartungsintervall erfordern die Smart Meter?

9)    Wie hoch sind die Kosten pro Wartung beim Ferrariszähler?

10) Wie hoch sind die Kosten pro Wartung beim Smart Meter?

11)  Welche Kosten verursacht die Verarbeitung einer Eigenablesung beim EVU im Durchschnitt?

12)  Welche Kosten verursacht die Ablesung durch einen EVU-Mitarbeiter im Durchschnitt?

13)  Wurde je angedacht, die Ablesungen, wenn Eigenablesung ausgeschlossen, einem österreichischen Unternehmen mit existierender, geeigneter, kostengünstiger Infrastruktur, wie zum Beispiel der Post AG, zu übertragen?

14)  Gibt es eine ministeriumsinterne Kalkulation, welche Kosten in Österreich pro Haushalt durch die Umstellung auf Smart Meter entstehen (Kosten der Erstinstallation und laufende Betriebskosten)?

15)  Gibt es in Ländern, in denen Smart Meter bereits länger eingeführt sind, exakte Aufzeichnungen, welcher Prozentsatz der Konsumenten nach einem Jahr seinen Verbrauch noch mindestens 1 x / Jahr über das Internet überprüft, falls ja, wie hoch ist dieser Prozentsatz?

16)  Gibt es in den Ländern, in denen Smart Meter bereits länger eingeführt sind exakte Messungen, welcher Anteil an eventueller Energieersparnis ausschließlich auf das Smart Meter zurückzuführen ist?

17)  Das Ablesepersonal wird durch die Smart Meter überflüssig. Wie viele Arbeitsplätze gehen dadurch in Österreich verloren?

18)  Wie viele Arbeitsplätze werden benötigt, um das Gesamtsystem bis zum Vollausbau lt. Z 29 zu etablieren?

19)  Wie viele davon existieren bereits?

20)  Wie viele davon werden zu diesem Zweck neu geschaffen?

21)  Wie viele Arbeitsplätze werden zum regulären Betrieb benötigt, sobald das System zur Gänze etabliert ist?

22)  Wurde beim Wirtschaftsministerium von inländischer Seite in Sachen Smart Meter bzw. Infrastruktur Lobbyarbeit betrieben?

23)  Wurde analog bei der E-Control von inländischer Seite Lobbyarbeit betrieben?

24)  Wurde beim Wirtschaftsministerium analog von ausländischer Seite Lobbyarbeit betrieben?

25)  Wurde bei der E-Control analog von ausländischer Seite Lobbyarbeit betrieben?

26)  Ist Ihnen bekannt, ob Pricewater Coopers in Österreich im Auftrag von Behörden oder Unternehmen eine Tätigkeit ausübt, mit dem Ziel, die flächendeckende bzw. zwangsweise Einführung von Smart Metern zu fördern oder zu unterstützen?

27)  Ist Ihnen bekannt, ob Pricewater Coopers Lobbyisten in Sachen Smart Meter beschäftigt?

28)  Im Zusammenhang mit der Einführung des Smart Meters werden immer wieder Arbeitsmarkteffekte angeführt. Werden die Smart Meter tatsächlich zu 100% in Österreich produziert?

29)  Wenn nein, wie groß ist den Produktionsanteil aus Österreich und woher stammen die restlichen Komponenten?

30)  Wie groß ist die Minimalanzahl der in Österreich gesamt zu installierenden Smart Meter in der Endausbauphase?

31)  Wie viele Smart Meter wurden bisher in Österreich installiert?

32)  Gibt es belegbare Zahlen zur ökologischen Verträglichkeit von Smart Meter hinsichtlich Produktion, CO2 Ausstoß, Edelmetallverwendung und Abfall?

33)  Gibt es belegte Zahlen zum durchschnittlichen Energieverbrauch von Ferrariszähler und Smart Meter (inkl. Datenübertragung und der dazu nötigen Infrastruktur) und was besagen diese?

34)  Wie viele Jahre beträgt die durchschnittliche Lebensdauer eines ordnungsgemäß gewarteten Ferarriszählers?

35)  Wie viele Jahre beträgt die durchschnittliche Lebensdauer eines ordnungsgemäß gewarteten Smart Meters?

36)  Ist absolut sicher, dass Hard- und Firmware eines Smart Meters keine Fehler aufweisen, die entweder Störungen in der Versorgung, Störungen bei den Messungen und Datenübertragungen verursachen, oder Ansatzpunkte für externe Angriffe bilden können?

37)  Ist absolut sicher, dass bei Hard-, Firm- und Software auf dem Übertragungsweg vom Smart Meter zum Server des Versorgers  keine Fehler auftreten können, die entweder Störungen in der Versorgung, Störungen bei den Messungen und Datenübertragungen verursachen, oder Ansatzpunkte für externe Angriffe bilden können?

38)  Ist absolut sicher, dass bei Hard- und Software auf den Rechnern der Versorger samt Backup-Systemen keine Fehler auftreten können, die entweder Störungen in der Versorgung, Störungen bei den Messungen und Datenübertragungen verursachen, oder Ansatzpunkte für externe Angriffe bilden können?

39)  Ist sichergestellt, dass die von den Smart Metern gelieferten Daten ausschließlich  für Zwecke der Netzsteuerung, Abrechnung, Konsumenteninformation verwendet werden?

40)  Ist sichergestellt,  dass die Verbraucherdaten auf den Servern und in den Datenarchiven nicht in die Hände Außenstehender gelangen, sei es, durch Hard- oder Softwarefehler, sei es, durch menschliches Zutun?

41)  Ist absolut sicher, dass sich Außenstehende auf den Rechnern der Konsumenten nicht Zutritt zu den Zugangsdaten zu den Servern der Versorger verschaffen und sich somit Einblick in die Energieverbrauchsabläufe der Konsumenten verschaffen können?

42)  Ist der Weg der Verbrauchsdaten von den Smart Metern zu den Servern der Versorger, letztlich über das Internet zum Verbraucher, in jeder Hinsicht genauso sicher gegenüber der Einsichtnahme durch Dritte, wie eine einfache Eigenablesung seitens des Konsumenten seines Zählers samt Eigenauswertung, ohne jede Art der Datenfernübertragung?

43)  Versorgt werden muss ein Abzweig, an den eine mehr oder minder große Anzahl von Haushalten angeschlossen ist. Bisher waren jene Werte, die an den Abzweigen gemessen wurden, für die Netzsteuerung ausreichend. Abgesehen von jenen Anschlüssen, bei denen nicht nur bezogen, sondern fallweise auch geliefert wird, z. B. durch PV-Anlagen, und die daher ein besonderes Messverfahren erforderlich machen, ist man in Zukunft außerstande, das Netz zu steuern,  wenn man nicht den Verbrauch jedes einzelnen Haushalts in möglichst kurzen Intervallen kennt, statt die Messwerte des Abzweigs alleine, diese aber ggf. sogar in Echtzeit ?

44)  Wie oft kommt es im Jahresdurchschnitt in Österreich vor, dass ein EVU-Mitarbeiter bei einem Haushalt persönlich Schalthandlungen vornehmen muss?

45)  Hat sich die klassische Methode der Umschaltung auf Nachtstrom mittels Rundsteuerung in der Vergangenheit bewährt?

46)  Werden die Smart Meter nach Ablauf ihrer Lebensdauer entsorgt?

47)  Falls ja, wie hoch sind für den Konsumenten die Gesamtkosten für ein Ersatzgerät samt Austausch?