Sehr geehrte Damen und Herren,
mit dieser Email möchte ich auf das Tabakgesetz 179ME XXV. GP Stellung nehmen.
Zu meiner Person: Ich bin 31 Jahre und seit über 16 Jahren Raucher gewesen. Mit 18 habe ich Asthma Bronchiale entwickelt. Mein Lungenfacharzt hat das klar auf den Tabakkonsum zurück geführt. Mit 30 war das Asthma so schlimm, dass ich täglich Salbutamol bzw. Sultanol über mein Asthmaspray inhalieren musste. Das gab den Anlass, wieder ein Mal, meinen Tabakkonsum zu überdenken und letztlich bin ich, nach viel Recherche, bei der E-Zigarette gelandet.
Ich habe den Umstieg gewagt und bereits nach zwei Wochen musste ich meinen Sultanol-Inhalator nicht ein Mal mehr verwenden. Mein Raucherhusten ist um einiges zurück gegangen. Meine Lungenkapazität steigt von Tag zu Tag und ich werde Leistungsfähiger. Mein Geruchssinn kehrt zurück. Für mich ganz klar ein Gewinn!
Ebenfalls gesunken ist der Nikotinbedarf. Von 18 mg/ml bin ich, innerhalb von zwei Monaten auf drei bis sechs mg/ml in den Liquids zurück gegangen. Außerdem "dampfe" ich an einzelnen Tagen bereits Liquids, die kein Nikotin enthalten.
Mein Verlangen nach einer Tabakzigarette war nach ein paar Tagen, nach meinem Umstieg, vollkommen verschwunden. Ich habe noch ein volles Päckchen Zigaretten in einem Regal in meinem Wohnzimmer liegen. Dort sehe ich es jeden Tag. Aber ich habe es seit meinem Umstieg nicht mehr angerührt. Im Gegenteil: Ich finde den Passivrauch meiner Arbeitskollegen unglaublich ekelerregend! Bei meinen früheren Versuchen, das Tabakrauchen aufzugeben, war der Passivrauch extrem verlockend und ich musste einen sehr schweren inneren Kampf führen, um nicht wieder zur Zigarette zu greifen. Hierbei spielte auch die Wahl der Hilfsmittel, wie Nikotinkaugummis, etc., keine Rolle. Das Verlangen, ja die Sucht, nach der Tabakzigarette war oft zu stark und ich habe immer wieder diesen Kampf verloren.
Heute mache ich mir keine Sorgen um Tabakzigaretten. Und ich kann jede Trafik lächelnd hinter mir lassen, ohne daran zu denken, mir ein Päckchen Zigaretten zu kaufen.
Nun zum sachlichen Teil meiner Argumentation:
Bei der E-Zigarette wird kein Tabak verbrannt. Es wird überhaupt nichts verbrannt. Über einen, durch einen Akku gespeisten, Heizwendel, wird Flüssigkeit, das sogenannte Liquid, verdampft.
Allein dieser Fakt, macht es sinnlos, das E-Zigaretten gemeinsam mit Tabak eine Regulierung erfahren. Es sollte reguliert werden, keine Frage, aber es sollte nicht gemeinsam mit Tabak geschehen.
Auch sollte eine Regulierung auf Basis von Fakten und Studien geschehen. Dies geschieht momentan nicht. Es wird viel Argumentiert, es wird viel Behauptet, aber nichts ist haltbar. Die bisherigen Risiken einer E-Zigarette, die aufgezeigt wurden, sind allesamt auf eine Fehlbedienung zurückzuführen. Eine Fehlbedienung, die bedeutet, dass der Geschmack des Dampfes, unglaublich ekelerregend wird! Ein Zustand, den jeder Nutzer der E-Zigarette unbedingt vermeiden will. Der Gemschmack ist vergleichbar mit einem Stück Papier, dass verbrannt wird und direkt inhaliert. Das macht kein Mensch freiwillig.
Es gibt inzwischen über 300 Studien, die belegen, dass von einer E-Zigarette nur ein sehr geringes Gesundheitsrisiko ausgeht. In etwa so, wie wenn man in einer Großstadt wie Frankfurt, einen tiefen Atemzug nimmt. Das ist, in Anbetracht der Tatsache, dass wir Tagtäglich mit derlei Umweltgiften konfrontiert werden, vernachlässigbar. Abgesehen davon, dass die E-Zigarette dazu dienen soll, Tabakkonsumenten dem Umstieg zu erleichtern und keine neuen Kunden, im Kreis der Nichtraucher such. Das belegen auch Zahlen, die deutlich zeigen, dass maximal 1% Nichtraucher die E-Zigarette probieren.
Gleichzeitig ist die Suchtgefahr allein durch die E-Zigarette nicht gegeben. Die Suchtgefahr besteht, wenn Nikotinhaltige Liquids konsumiert werden. Und hier ist es tatsächlich so, dass sehr viele Umsteiger, innerhalb einer relativ kurzen Zeit, ihren Nikotinbedarf deutlich reduzieren konnten! Es scheint also, als ob das reine Nikotin, noch lange nicht so süchtig macht, wie es in Verbindung mit den Verbrennungsprodukten einer Tabakzigarette geschieht. Und auch hierzu gibt es bereits Studien, die das belegen, neben meiner persönlichen Erfahrung, von 18 mg/ml auf tageweise 0 mg/ml zu reduzieren. Es ist sogar so, dass die Einengung der Bronchien, die immer wieder auf die Bestandteile der Liquids geschoben werden, durch das enthaltene Nikotin verursacht werden. Bei einem privaten Versuch mit einer exakt gleichen Liquidmischung, mit gleichen Betandteilen und Aromen, nur mit einmal 0 mg/ml Nikotin und einmal 6 mg/ml Nikotingehalt, konnte ich feststellen, dass die Reizung der Bronchien nur bei dem nikotinhaltingen Liquid auftritt. Vergleiche von Studien von Tabakzigaretten belegen meinen Versuch. Nikotin engt die Bronchien ein.
Ferner finde ich es unmöglich, dass die E-Zigaretten-Nutzer in Europa und Österreich, zugunsten von Pharma- und Tabakindustrie, sowie der Trafikanten bevormundet werden sollen. Ich möchte Sie daher bitten, uns "Dampfer" in die Regulierung mit einzubeziehen! Wir sind nicht von Grund auf gegen eine Regulierung. Aber wir möchten nicht, dass über unsere Köpfe hinweg entschieden wird. Vorallem, da jeder Dampfer weiß, dass wir es nur dank Hilfe der E-Zigarette geschafft haben, mit den sogenannten Sargnägeln und Krebsstäbchen (Tabakzigaretten) aufzuhören.
Wir erkennen das gewaltige Potential, dass die E-Zigarette, in ihrer jetzigen Form bietet, um allen anderen Rauchern, einen sanften, und auch viel weniger gesundheitsschädlichen, Ausstieg aus dem Rauchen zu ermöglichen.
Wird die E-Zigarette in Ihrem jetzigen Vorhaben (Über-)reguliert und geht die Diskriminierung der E-Zigarette weiter, kostet das Millionen von Menschenleben, die verzweifelt versuchen, von der Tabakzigarette weg zu kommen, es aber nicht schaffen. Diese meist schwerkranken Menschen und Tote, müssen sich dann alle Entscheidungsträger aufs Gewissen laden.
Als abschließenden Vergleich möchte ich elektromagnetische Strahlung in Form von GSM-Funk und WiFi ziehen: Es ist wissenschafltich nachgewiesen, dass elektromagnetische Wellen, vor allem in einem Frequenzbereich von Mikrowellen und Radar, Krebs verursachen können. Es gab, vor ein paar Jahren, den Fall, dass viele deutsche Radartechniker an Krebs erkrankt sind.
TROTZDEM steht es JEDEM bürger frei, ein, zwei, fünf oder 20 Handys zu besitzen und zu benutzen. Das gleiche gilt für W-Lan Accesspoints. Ich habe bereits Accesspoints direkt auf dem Nachtkastl gesehen! Ebenso liegen dort über Nacht, die meisten Handys meiner Mitbürger. Es besteht der berechtigte Verdacht, dass es in einigen Jahren, vermehrt zu Krebserkrankungen kommen kann.
TROTZDEM bleibt es jedem Bürger frei zu entscheiden.
Nicht mehr und nicht weniger fordere ich von meiner Regierung. Ich bin ein freier Bürger, in meiner Entscheidungsfähigkeit nicht eingeschränkt, und kann Risiken selbst bewerten und abschätzen und selbst entscheiden, ob ich ein Risiko eingehen möchte, oder nicht. Über eine vernünftige Informationspolitik, gestützt auf die aktuellsten Studien, können das auch alle anderen Mitbürger selbst entscheiden.
Vielen Dank, falls Sie meinen Ausführungen bis hier her gefolgt sind.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Beuth