Stellungnahme Tabakgesetz 179ME XXV. GP

 

 

Eine Bitte für meine Zuschauer! 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren

 

Mein Name ist Phil Scheck, ich bin 46 Jahre alt und Schweizer. Ich bin also kein EU-Bürger und habe weder Stimm- noch Wahlrecht in der EU oder in Österreich. Dennoch möchte ich mich heute direkt an Sie wenden.
Ich habe 25 Jahre lang stark geraucht (40-60 Zigaretten täglich), seit 5,5 Jahren bin ich nun komplett rauchfrei dank des E-Dampfens (im Volksmund „E-Zigarette“ genannt).

Diese glückliche Wendung in meinem Leben habe ich übrigens Österreich zu verdanken! Einerseits weil die ersten E-Zigaretten damals im Jahre 2004 über Österreich nach Europa importiert worden waren und andererseits weil ich im April 2010 in einem Beisel in Wien zum ersten Mal einen E-Dampfer getroffen und somit von dieser fabelhaften Alternative erfahren hatte.

In meiner Begeisterung für das E-Dampfen habe ich vor 4,5 Jahren den YouTube-Kanal „Liquidhimmel“ gegründet, auf dem ich den Menschen elektrische Dampfgeräte erkläre und sie über Gesundheit, Liquids, Umstieg, Recht, Politik und vieles mehr informiere.
Mittlerweile ist mein Kanal zum grössten im deutschsprachigen Raum avanciert, mit 45'000 Abonnenten und rund 10 Millionen Zuschauern.
In dieser Funktion sehen mich viele als „Sprachrohr des E-Dampfens“.

Ich pflege einen sehr direkten Kontakt mit meinen Zuschauern, sie schreiben mir, wie es ihnen geht nach dem Umstieg vom Rauchen aufs Dampfen und wie ihre Erfahrungen sind. Auf diese Weise habe ich in den letzten Jahren mit zehntausenden Menschen Konversation geführt.
Die Berichte gleichen sich in ihrer Grundaussage: Für all diese Menschen ist das E-Dampfen eine eigentliche Sensation! Alle hatten sie jahrzehntelang geraucht und hatten eigentlich keine Hoffnung mehr auf einen Ausstieg aus dem Tabakkonsum. Aber sie alle haben es geschafft, dank des E-Dampfens und sie berichten einstimmig von deutlich verbesserter Gesundheit, von viel mehr Lebensqualität, von vermindertem Suchtdruck und neuer Lebensfreude.

Wissen Sie, ich fühle mich diesen Menschen gegenüber in der Pflicht. Sie haben mir in ihren glücklichsten Momenten ihre Freude und ihre neue Lebensqualität mitgeteilt. Sie haben mir aus ihrem Leben erzählt und mich teilhaben lassen an ihrer neuen Motivation und an ihrer massiv verbesserten Gesundheit. Ich kann Ihnen versichern, dass diese Briefe und Mails sehr berührend sind und von ganzem Herzen kommen.

Nun, alle diese Menschen – es sind wohl über 10 Millionen in der EU – machen sich jetzt sehr grosse Sorgen und haben Angst vor der Umsetzung der neuen Tabakprodukterichtlinie. Sie haben Angst, dass der Staat ihnen all diese Freude und die neue Lebensqualität wieder nehmen wird. Sie haben Angst und sie sind wütend, dass die Regierung dermassen einschneidend in ihre Freiheit eingreifen will. Sie haben es endlich, endlich nach Jahrzehnten der Tabaksucht geschafft, davon weg zu kommen und jetzt will die Regierung ihnen das wieder nehmen? Obwohl sie jetzt ein erwiesenermassen viel harmloseres Produkt als Tabak konsumieren? Wie soll man so etwas den Menschen plausibel erklären.....?!

Tatsächlich würden die aktuellen Vorschläge zur Umsetzung der TPD2 in Österreich den Markt des E-Dampfens massivst einschränken. Die Hürden und Forderungen sind derart hoch, dass sie von den traditionellen Händlern und Herstellern nicht erfüllt werden könnten. Die Einschränkungen für die Konsumenten würden Zehntausende zurück zum Tabakkonsum treiben und gleichzeitig wohl einen gigantischen Schwarzmarkt generieren.

Klar, es wird immer wieder gesagt, es ist kein Verbot des E-Dampfens, das ist grundsätzlich korrekt. Aber der jetzige Vorschlag würde einzig und allein den multinationalen Tabak- und Pharma-Konzernen etwas nützen. Für die Konsumenten wäre die vorgeschlagene Regelung eine Katastrophe, weil sie die Vielfalt der Produkte massiv beschneiden würde. Und es ist genau diese Vielfalt, die das E-Dampfen als Werkzeug der Harm Reduction so erfolgreich macht.

Ich weiss, dass Sie von einschlägigen Interessenvertretern, sowie von Abgesandten der Tabak- und Pharma-Konzerne ganz andere Informationen erhalten. Sie werden sich also fragen müssen, warum die Positionen in dieser Sache so weit auseinander liegen.
Das ist relativ schnell zu klären, BigT und BigP haben natürlich ureigene wirtschaftliche Interessen an der Verhinderung des E-Dampfens. Auch die Vertreter der WHO und anderer Interessensgruppen kämpfen seit Jahren verbittert gegen diese neue, moderne Form der Harm Reduction. Seit rund vier Jahren werden die immer gleichen und erwiesenermassen falschen Gerüchte gebetsmühlenartig über alle medialen Kanäle verbreitet. Sie führen in dieser Sache einen rein ideologischen Kampf, der nicht auf wissenschaftliche Fakten gestützt ist.

Auf der anderen Seite gibt es nämlich sehr wohl eine ausführliche und belastbare wissenschaftliche Datenlage. Führende Wissenschaftler der Sucht- und Tabakforschung beschäftigen sich seit Jahren mit dem Phänomen E-Dampfen und veröffentlichen regelmässig ihre Forschungsergebnisse. Sie alle sehen im E-Dampfen eine grosse Chance und ein enormes Potential zum Thema Harm Reduction.

Ich weiss, diese Sache ist für Sie nicht einfach zu entscheiden. Schlussendlich müssen Gesetze aber in jedem Fall auf Fakten basieren und nicht auf dem Konjunktiv oder der Ideologie irgendwelcher Interessenvertreter. Gesetze, die vor Gericht angreifbar sind, weil sie nicht auf gesicherten Erkenntnissen basieren, sind schlechte Gesetze.
Und nicht zuletzt, sollte man auch die Verbraucher berücksichtigen. Das E-Dampfen ist in Österreich seit über 11 Jahren auf dem Markt und hat sich bisher immer selber, auf Druck der Konsumenten reguliert. Es kann also sicherlich nicht schaden, diese Konsumenten in den Gesetzgebungsprozess mit einzubeziehen, es ist im Gegenteil eine Notwendigkeit.

Ich bitte Sie noch einmal zu überdenken, ob es wirklich sinnvoll sein kann eine – erwiesenermassen – weit weniger schädliche Alternative massiv strenger zu regulieren als das eigentliche, überall frei verkäufliche Suchtmittel.
Das E-Dampfen ist die erste und einzige funktionierende Methode überhaupt, den Tabakkonsum entscheidend einzuschränken. Ohne Druck und ohne Repression. Stellen Sie sich den Schaden für die allgemeine Gesundheit vor, wenn dies jetzt einfach unbedarft „zu Tode“ reguliert wird.

Ich möchte Sie bitten, meine Zuschauer mit all ihren hoffnungsvollen und glücklichen Geschichten im Hinterkopf zu behalten und in dieser Sache für sie als Konsumenten zu entscheiden.

Für weiterführende Informationen stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

Herzliche Grüsse aus der winterlichen Schweiz

 

Phil Scheck