14213/J XXVII. GP
Eingelangt am 23.02.2023
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Anfrage
der Abgeordneten Christian Oxonitsch, Genossinnen und Genossen
an den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung
betreffend Maßnahmen gegen Personalmangel in der Elementarpädagogik
Die elementaren Bildungseinrichtungen sind für Kinder der erste Schritt in das Bildungssystem, hier beginnt der eigene Bildungsweg. Im Kindergarten soll die Förderung und Entfaltung der individuellen Fähigkeiten eines jeden Kindes angestrebt werden, denn die ersten Jahre im Kindergarten und in der Schule sind entscheidend für den weiteren Bildungsweg (BMBWF 2023). Für eine Elementarbildung, die Kinder nach ihren individuellen Bedürfnissen und Interessen fördert, braucht es eine gute persönliche Beziehung und Bindung zwischen den Kindern und dem Betreuungs-und Bildungspersonal personal. Besonders wenn Kinder in Armutslagen, Kinder mit Beeinträchtigung oder Kinder mit Sprachförderbedarf unterstützt werden sollen, ist eine qualitätsvolle Interaktion mit den Kindern entscheidend. Um diese idealen Lern- und Spielräume zu schaffen, braucht es ausreichend Personal mit einer angemessenen Ausbildung.
In Österreich erleben wir derzeit einen steigenden Fachkräftemangel im Bereich der Elementarpädagogik. Bis 2030 wird prognostiziert, dass österreichweit rund 13.700 Fachkräfte fehlen werden. Die verbleibenden Pädagog*innen leiden unter der Mehrbelastung und nicht immer kann eine umfassende und qualitativ hochwertige elementare Bildung sichergestellt werden.
Für die Ausbildung von Elementarpädagog*innen gibt es eine klare Zuständigkeit des Bundes und erfolgt maßgeblich in den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik in unterschiedlichsten Formen.
Mit dem Studienjahr 2021/22 wurde auch ein Hochschullehrgang an den PHs zu „Elementarpädagogik“ eingeführt. Mit einer facheinschlägigen Vorausbildung kann hier in einem Jahr abgeschlossen werden. Der HLG-Quereinstieg Elementarpädagogik bietet allen Bachelorabsolvent*innen unabhängig der Studienrichtung, eine qualifizierte Ausbildung zur*zum Elementarpädagog*in an. Diese Möglichkeit soll besonders für Quereinsteiger*innen attraktiv sein.
Doch all die unterschiedlichen Abschlüsse und Ausbildungen reichen offensichtlich nicht aus, um den Bedarf an Elementarpädagog*innen in unserem Land zu decken und vermehrt Quereinsteiger*innen und Berufsumsteiger*innen anzuziehen. Zentral ist es, bessere Arbeits- und Rahmenbedingungen österreichweit in der Elementarbildung zu schaffen sowie dringend eine Weiterentwicklung der bestehenden Ausbildungsmodelle auf den Weg zu bringen, um mehr Menschen für den Beruf der Elementarpädagogik zu begeistern und das gesamte Berufsfeld aufzuwerten.
Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende
ANFRAGE
1. Wie viele Ausbildungsplätze zur Elementarpädagog*in gibt es aktuell – aufgeschlüsselt nach Bundesländern gesamt?
2. Wie viele Ausbildungsplätze zur Elementarpädagog*in gibt es aufgeschlüsselt nach Bundesländern von sonstigen Träger*innen?
3. Wie viele Ausbildungsplätze werden von den Gemeinden organisiert?
4. Wie viele Ausbildungsplätze gibt es in den einzelnen Bundesländern und nach Träger*innenschaft in der fünfjährigen Form und wie hat sich diese Zahl in den Jahren 2012 – 2022 entwickelt?
5. Wie viele Ausbildungsplätze gibt es aufgeschlüsselt nach Bundesländern und Träger*innenschaft in Kollegs und wie hat sich diese Zahl in den Jahren 2012 – 2022 entwickelt?
6. Wie viele ausgebildete Elementarpädagog*innen arbeiten aktuell nicht in der Elementarbildung?
7. Welche unterschiedlichen Ausbildungsformen von Assistent*innen gibt es und welche Zugangsvoraussetzungen gibt es für Assistent*innen je nach Bundesland?
8. Wie viele Ausbildungsplätze zur Höherqualifizierung von Assistent*innen gibt es? Bitte aufgeschlüsselt nach Bundesländern und Träger*innenschaft.
9. Gibt es seitens des Bundes für die Ausbildung von Elementarpädagog*innen zuständigen Stellen Überlegungen hinsichtlich neuer Strategien der Weiterbildung und Weiterqualifizierung von Elementarpädagog*innen und Assistent*innen?
10. Wie hat sich diese Zahl in den einzelnen Bundesländern und aufgeschlüsselt nach Träger*innenschaft in den Jahren 2012 – 2022 entwickelt?
11. Wie hat sich die Zahl der Bildungsabschlüsse im Bereich der Elementarpädagogik von 2012 bis 2022 verändert?
12. Welche Maßnahmen sind seitens des Bundes in Planung, um die Anzahl an ausgebildeten Pädagog*innen zu erhöhen?
13. Welche Planungen für neue Bildungseinrichtungen seitens des Bundes gibt es in den einzelnen Bundesländern?
14. Gibt es konkrete Überlegungen, um einen Quereinstieg in das Berufsfeld der Elementarpädagogik zu erleichtern und Arbeit und Ausbildung besser in Einklang zu bringen?
15. Gibt es seitens des Bundes Überlegungen hinsichtlich neuer Strategien, um Berufsumsteiger*innen für die Elementarpädagogik zu gewinnen?
16. Welche Maßnahmen werden seitens des Bundes ergriffen, um den Beruf der Elementarpädagogik aufzuwerten?
17. Gibt es Pläne seitens des Bundes, um die berufsbegleitende Ausbildung besser zu ermöglichen?
18. Gibt es Verhandlungen darüber, wie der Beruf der Elementarpädagogik und die Rahmenbedingungen attraktiver gestaltet werden kann?
19. Gibt es Pläne, die Rahmenbedingungen in der Elementarbildung österreichweit über den neu abzuschließenden Finanzausgleich zu steuern und zu verbessern?
20. Wie hoch waren die Ausgaben Ihres Ressorts seit Beginn der Regierungskoalition (Jänner 2020) in Bezug auf den Ausbau der Elementarpädagogik-Ausbildung?
21. Mit der Novelle der 15a-Vereinbarung zur Finanzierung der Kindergärten sollen in Summe in den Kindergartenjahren 2022/23 bis 2026/27 200 Mio. € an Zweckzuschüssen an die Länder verteilt werden. Wie viel von diesem Budget ist pro Bundesland für Maßnahmen im Bereich des Personals vorgesehen?
22. Gibt es Überlegungen dazu, die Ausbildung zur Assistenzpädagog*in in der Elementarpädagogik österreichweit zu vereinheitlichen?
23. Wie viele Personen werden derzeit zur/zum Assistenzpädagog*in ausgebildet? Bitte aufschlüsseln nach Bundesländer.
24. Welche Überlegungen bestehen für multiprofessionelle Teams in den elementaren Bildungseinrichtungen und die dazu notwendige Qualifizierungen und Anerkennung von verwandten Berufen?